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Ralph Hasenhüttl jubelt
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München - RB Leipzig setzt mit dem Erfolg gegen Borussia Dortmund ein Ausrufezeichen. Die Zeiten des Understatements sind früh vorbei, der Blick geht nur nach oben. Kommentar.

"Man muss sich auch nicht kleiner machen, als man ist."

Knapp einen Monat ist dieser Satz alt. Gesagt hat ihn Trainer Ralph Hasenhüttl, vor dem Start der ersten Bundesligasaison von RB Leipzig. Spätestens seit Samstagabend wird niemand in Fußball-Deutschland mehr auf die Idee kommen, den umstrittenen Neuling zu unterschätzen.

(Ralph Hasenhüttl zu Gast im Volkswagen Doppelpass – So., ab 11 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVESTREAM)

Mit dem Erfolg bei der Heimpremiere gegen Borussia Dortmund haben die Leipziger ein fettes Ausrufezeichen gesetzt. Die Zeiten des Understatements sind damit ganz schnell vorbei. Sportdirektor Ralf Rangnick hatte in den letzten Wochen noch versucht, den Ball flachzuhalten. An einen Raketenstart wie bei seinem früheren Projekt in Hoffenheim "denkt niemand von uns", sagte Rangnick im SPORT1-Interview.

Mit Hoffenheim wurde Rangnick 2008 als Aufsteiger Herbstmeister. Das ist vermutlich wirklich eine einmalige Leistung, gerade angesichts der Dominanz des FC Bayern. Der Sieg gegen den BVB hat aber gezeigt, dass es die Leipziger sportlich sofort mit den ganz Großen der Bundesliga aufnehmen können.

Wenn sie solche Leistungen auch in weniger glamourösen Spielen wie gegen Freiburg, Darmstadt oder Hertha BSC abliefern, können sie in dieser Saison einiges durcheinanderwirbeln in der Bundesliga. "Wir wissen um die Qualität und das Know-How hinter dieser Idee hier", lobte BVB- Coach Thomas Tuchel die Leipziger.

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Dass neben Know-How auch die finanziellen Mittel den Erfolg ermöglichen, zeigte das Siegtor. Die eingewechselten Oliver Burke und Naby Keita, Vorbereiter und Torschütze, kamen für insgesamt wohl über 30 Millionen Euro zur neuen Saison zu RB. So ein luxuriöses Joker-Duo kann ein normaler Aufsteiger nicht bringen.

Das und die zu Recht kritisierte Klub-Struktur gehen vielen Fußball-Fans gegen den Strich. Die flirrende Atmosphäre in der Leipziger Arena zeigt aber auch die andere Seite: Den Machern von RB und Mutterkonzern Red Bull ist es gelungen, aus einem Reißbrett-Projekt einen Zuschauermagneten für eine fußballerisch jahrzehntelang brach liegende Region zu machen.

Auch wenn es vielen nicht schmeckt: Für Leipzig geht der Blick nur nach oben.

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