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München und Hamburg - Der frühere Hoffenheimer Trainer soll nach SPORT1-Informationen Nachfolger des entlassenen Bruno Labbadia beim Hamburger SV werden. Das ebenfalls interessierte Werder Bremen hat das Nachsehen.

Der Hamburger SV hat wie erwartet auf die sportliche Krise reagiert und Trainer Bruno Labbadia gefeuert.

Am Sonntagvormittag bestätigten die Hanseaten die Beurlaubung, mit der seit Samstag gerechnet worden war.

"Dieser Schritt ist angesichts unseres sportlichen Trends notwendig", erklärte der Vorstandsvorsitzende Dietmer Beiersdorfer, der Labbadia davon am Telefon informierte - nach Beiersdorfers Angaben hatte Labbadia selbst um Klarheit auf diesem Weg gebeten.

"Ich bin der Überzeugung, dass wir jetzt eine Veränderung auf der Trainerposition vornehmen müssen, um nach dem enttäuschenden Saisonstart den sportlichen Turnaround zu schaffen. Nach der langen Vorbereitung und den bisherigen Spielen müssen wir konstatieren, dass unsere fußballerische Entwicklung insgesamt nicht unseren Vorstellungen entspricht."

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Nach SPORT1-Informationen ist sich der Klub mit Markus Gisdol als Nachfolger weitgehend einig, letzte Details sollen in Kürze geklärt sein. "Wir haben Gespräche mit ihm", bestätigte Beiersdorfer und kündigte eine "kurzfristige Entscheidung" an.

Absage an Werder

Der ehemalige Hoffenheimer Trainer entschied sich gegen Werder Bremen, das nach der Entlassung von Viktor Skripnik ebenfalls interessiert war.

Beiersdorfer hatte nach dem 0:1 gegen den FC Bayern erneut Bekenntnis vermieden und auf interne Beratungen verwiesen.

Auftritt gegen Bayern Makulatur

"Die Mannschaft hat heute mit Herz gespielt, sich reingeworfen und hervorragend dagegen gehalten. Das war sehr gut. Dennoch muss man feststellen, dass wir von fünf Spielen die letzten vier verloren haben bei einer Tordifferenz von 2:10. Das ist nicht so gut. Das müssen wir heute noch analysieren", sagte Beiersdorfer am Samstag ins SPORT1-Mikrofon.

Letztlich erklärte er die ordentliche Leistung gegen den Rekordmeister faktisch zur Makulatur: "Spiele gegen gute Teams sind nicht unser Problem. Wir haben Probleme gegen tiefstehende Teams uns Chancen zu erarbeiten."

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Labbadia hatte nach einem insgesamt enttäuschenden Jahr 2016 schon vor der Partie keinen Kredit mehr bei der HSV-Führung und - vor allem - bei Geldgeber Klaus-Michael Kühne, der vor der Saison weitere 30 Millionen Euro für Transfers in den Klub gepumpt hatte.

Insgesamt 18 Monate dauerte die zweite Amtszeit des ehemaligen Stürmers, in der er den Bundesliga-Dino kurz nach seiner Amtsübernahme im Frühjahr 2015 in einer dramatischen Relegation gegen den Karlsruher SC vor dem erstmaligen Abstieg rettete und in der Vorsaison auf Platz zehn führte.

Labbadia: "Übernehme die Verantwortung"

"Es ist schade, dass wir jetzt zu Beginn der Saison nicht die nötigen Ergebnisse erzielen konnten", teilte Labbadia auf der Facebook-Seite des HSV mit:

"Dafür übernehme ich als Trainer die Verantwortung. Es hat mir sehr viel bedeutet, Trainer des HSV sein zu können. Ich habe mich jeden Tag mit dieser Aufgabe identifiziert."

Derweil bedankte sich Beiersdorfer beim Ex-Coach "für seine geleistete Arbeit": "Es bleibt unvergesslich, was er in einer sehr herausfordernden und schwierigen Zeit erreicht hat."

Schon am Samstag hatte Labbadia sich aufrecht in sein Schicksal gefügt. "Was kommen wird, tangiert mich wenig", sagte er nach dem Bayern-Spiel, nachdem er von den Hamburger Fans gefeiert wurde. "Das ist schön, es ist die Anerkennung für schwierige 17 Monate, es wurde honoriert von den Zuschauern und das ist ein gutes Gefühl", hielt der 50-Jährige dazu fest.

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Gisdol sah sich kommende HSV-Gegner an

Nun sieht alles danach aus, als ob Gisdol Labbadias Erbe übernimmt. Obwohl der 47-Jährige ursprünglich Werder favorisiert haben soll, scheint er sich auch mit der Option HSV schon länger beschäftigt zu haben:

Er sah sich am vergangenen Wochenende die Spiele von Köln und Frankfurt im Stadion an - beides kommende Gegner der Hamburger.

Gisdols Entscheidung für den HSV verbessert nun die Chancen, dass der Bremer Interimscoach Alexander Nouri nach dem wichtigen 2:1-Sieg gegen Wolfsburg am Samstagabend doch noch zur Dauerlösung aufsteigt.

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