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Mario Gomez bekommt den Ball nicht an Dortmunds Torwart Roman Bürki vorbei © imago

München - Nach drei Spielen für Wolfsburg hat Mario Gomez noch keinen Treffer erzielt. Schlimmer noch: Der VfL- Stürmer erinnert gegen Dortmund fatal an vergangen geglaubte Zeiten.

Die Geister der Vergangenheit scheinen Mario Gomez derzeit wieder einzuholen. Einst als Chancentod verschrien, hatte der deutsche Nationalstürmer spätestens mit seiner grandiosen Saison bei Besiktas den Gegenbeweis angetreten.

Als türkischer Torschützenkönig war er abgetreten, beim VfL Wolfsburg sollte er seinen Lauf einfach forsetzen. So war es jedenfalls geplant.

Nachdem Gomez nun drei Mal in der Startelf stand und immer noch auf sein erstes Tor im neuen Dress wartet, werden die Stimmen von einst wieder lauter.

Wie einst gegen Österreich

Schon in seinen ersten beiden Auftritten blieb Gomez glücklos, nun gab es bei der 1:5-Pleite gegen Borussia Dortmund die unrühmliche Steigerung.

In der ersten Hälfte vergab Gomez bereits eine Großchance, als er Roman Bürki frei vor dem Tor anschoss.

Die zweite Möglichkeit erinnerte dann fatal an seine schwärzeste Stunde: Wie beim EM-Spiel 2008 in Wien gegen Österreich schaffte er es nicht, den Ball aus kürzester Distanz über die Linie zu bringen.

"Er weiß, dass er ein Tor machen muss"

Zu seiner Verteidigung sei gesagt, dass Bürki mit einem unglaublichen Reflex den ersten Gomez-Treffer verhinderte - dennoch musste der Ball zwingend hinter die Linie.

"Ich kann es selbst nicht glauben", sagte Gomez nach dem Schlusspfiff. "Es ist symptomatisch. Ich habe mir bei der Chance beinahe das Bein gebrochen. Wenn es bei mir mal nicht läuft, dann läuft's einfach nicht."

Schon in der Halbzeitpause - also noch vor Gomez' Megachance - hatte VfL-Manager Klaus Allofs bei Sky seinen Schützling in die Pflicht genommen. "Er weiß, dass er ein Tor machen muss."

Aubameyang als Gegenentwurf

Gomez war 29 Mal am Ball, gab zwei Torschüsse ab und wartet weiter auf seinen Premieren-Treffer für den VfL.  "Die Chancenverwertung hat nicht gepasst, wir hatten in der ersten Halbzeit fünf Hochkaräter", sagte Gomez.

Sich selbst nahm er besonders in die Pflicht: "Ich alleine habe in der ersten Halbzeit fünf oder sechs Hochkaräter. Ich bin hier, um Tore zu machen. Das weiß ich auch. Ich habe die Chancen und es tut mir leid für die Mannschaft, dass ich sie wieder nicht gemacht habe. Dann kannst du keine Spiele gewinnen."

Gomez' Gegenentwurf stand auf der anderen Seite: Pierre-Emerick Aubameyang war 27 Mal am Ball, gab drei Torschüsse ab und erzielte zwei Tore.

Statt als "Super-Mario" firmiert Gomez derzeit nur als "Mister Chancentod". "Ich bin lange genug dabei, irgendwann flutscht es wieder", ist sich der Unglücksrabe sicher. Es ist ihm zu wünschen, dass er seinem alten Namen bald wieder gerecht wird.

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