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Leipzig ist nach acht Partien noch ungeschlagen
Leipzig ist nach acht Partien noch ungeschlagen © Getty Images

Leipzig - RB Leipzig baut gegen Werder Bremen den Neuling-Rekord aus und springt auf Rang zwei. Gegen den Begriff "Bayern-Jäger" wehrt sich der Aufsteiger aber.

Als in der Nachspielzeit auch noch Davie Selke ins leere Tor traf, war das Glück perfekt: Angeführt von Trainer Ralph Hasenhüttl stürmte die gesamte Mannschaft von Aufsteiger RB Leipzig auf den Joker zu, feierte das verdiente 3:1 (1:0) gegen Werder Bremen und den überraschenden Sprung auf Platz zwei. Einzig das Wort "Bayern-Jäger" wollte niemand in den Mund nehmen.

"Zweiter Platz, das ist toll. Aber wir sind nicht hier, um den Bayern Konkurrenz zu machen. Mit ihnen können wir uns nicht messen", sagte Naby Keita, der mit einem Doppelpack (42./74.) den Grundstein zum Sieg legte.

© SPORT1

Serge Gnabry (76.) gelang zwar der Anschluss, doch der Ex-Bremer Selke (90.+5) machte mit einem Treffer ins verwaiste Tor alles klar. Auf der Tribüne klatschte derweil der Ex-Leipziger und heutige Bayern-Profi Joshua Kimmich anerkennend Beifall. (Tabelle der Bundesliga)

Leipzig auf Rekordjagd

Sportdirektor Ralf Rangnick wollte den Start noch nicht überbewerten. "Ich habe schon vor Beginn der Saison gesagt, dass die Tabelle erst nach dem 10. Spieltag eine Aussagekraft hat. Wenn wir nach dem 10. Spieltag immer noch da stehen, dann können wir sagen, dass wir auf einem richtig guten Weg sind", so Rangnick bei Sky.

Die Leipziger sind damit nach acht Spieltagen weiter der beste Neuling aller Zeiten. Zudem ist Leipzig erst der zweite Aufsteiger, der nach acht Spieltagen noch ungeschlagen ist. Zuvor war das dem MSV Duisburg gelungen, der 1993/1994 erst am 11. Spieltag das erste Mal verloren hatte.

Allerdings hat RB nach acht Partien mehr Punkte (18) auf dem Konto als der MSV, der damals auf drei Siege und fünf Unentschieden gekommen war.

Selke verzichtet auf Jubel

Zwei Punkte liegt Leipzig hinter Tabellenführer München, doch auch Selke wollte von einer Bayern-Jagd nichts wissen. "Auf keinen Fall. Wir sind Aufsteiger und sehr dankbar, wie das hier läuft. Wir denken von Spiel zu Spiel, damit sind wir bisher gut gefahren", sagte der Angreifer, der sein Tor aus Respekt vor seinem Ex-Verein nicht bejubelte: "Ich habe dem Verein sehr viel zu danken." (Statistik zum Spiel)

Mann des Spiels war aber Keita, der erst nach einem Traum-Solo und dann per Kopf traf. "Sein 1:0 war der Dosenöffner. Er ist ein wahnsinniger Fußballer. Wie er das macht, war sensationell. Eigentlich war der Ball schon weg", sagte Hasenhüttl über den Doppel-Torschützen. Und die Tabelle? Interessierte auch Sportdirektor Ralf Rangnick kein bisschen. "Ich habe schon vor Beginn der Saison gesagt, dass die Tabelle erst nach dem zehnten Spieltag eine Aussagekraft hat", so Rangnick. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Vorausgegangen war einmal mehr eine starke Leistung des Aufsteigers. Die laufstarken Leipziger setzten die Gäste vor 42.558 Zuschauern im ausverkauften heimischen Stadion von Beginn an unter Druck und zwangen Werder durch ihr intensives Spiel zu Fehlern. Erst Keita erlöste die Fans, als er die komplette Bremer Hintermannschaft bei seinem starken Solo umkurvte und sehenswert zur Führung traf.

Gnabry macht Bremen Hoffnung

Der 21-Jährige aus Guinea sorgte für den Höhepunkt in der ansonsten recht ereignisarmen ersten Halbzeit, in der Bremen insgesamt viel zu wenig für das Spiel nach vorne tat. In den bisherigen drei Auswärtsspielen zuvor hatten die Nordlichter bereits zwölf Gegentore kassiert und keinen Punkt geholt. Die einzig halbwegs gute Gelegenheit vor der Pause nutzte Ousman Manneh (31.) nicht.

Die Hausherren um das schwedische Geburtstagskind Emil Forsberg, der am Sonntag 25 Jahre alt wurde, kontrollierten zwar lange clever das Tempo des Spiels, nutzten diese Überlegenheit aber nicht zu einer frühen Entscheidung. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Audio

Erst nach der Pause traf erneut Keita per Kopf nach starker Vorarbeit Selkes (74.). Fast im Gegenzug machte es Gnabry mit seinem Treffer noch einmal spannend, ehe Selke in der Nachspielzeit traf. Anschließend ließ sich der Stürmer, der im Vorjahr für acht Millionen Euro zum damaligen Zweitligisten gewechselte war, ausgiebig feiern.

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