vergrößernverkleinern
Rudi Völler (l.) fordert von Trainer Roger Schmidt (M.) Ergebnisse
Rudi Völler (l.) fordert von Trainer Roger Schmidt (M.) Ergebnisse © Imago

München - Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler stellt klare Forderungen an Trainer Roger Schmidt. Der leistet sich bei der Pokalpleite aber die nächste fragwürdige Aktion.

Nachdem Leverkusens Roger Schmidt wegen seines Ausrasters gegen Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann auf die Tribüne geschickt wurde, hatte ihn Rudi Völler noch verteidigt. 

Der Sportdirektor stellte klar:"Sie glauben doch nicht, dass wir den Trainer infrage stellen, weil er in einem Spiel zu einem Kollegen Spinner gesagt hat."

Weil sich Bayer ohne den gesperrten Schmidt im  DFB-Pokal beim Drittligisten Sportfreunde Lotte bis auf die Knochen blamierte, wird die Luft für den Coach jetzt aber merklich dünner.

"Das liegt noch schwer im Magen", sagte Völler dem kicker und forderte eine schnelle Wende: "Wir stehen vor einer wichtigen Woche, die für die ganze Saison entscheidend sein kann."

"Er weiß, dass geliefert werden muss"

Video

Vor den wegweisenden Spielen in Wolfsburg, bei Tottenham Hotspur und gegen Darmstadt setzte Völler seinen Trainer unmissverständlich unter Druck:

"Er hat natürlich unsere Unterstützung. Er weiß aber, dass geliefert werden muss. Roger weiß, dass er gefordert ist. Denn eines ist auch klar: Wir gehen von unseren Erwartungen nicht zurück."

Und die Erwartungen in Leverkusen sind hoch. Trotz mehr als 43 Millionen Euro Ausgaben für neue Spieler liegt das Team in der Bundesliga auf Rang elf, im Pokal ist Schluss und in der Champions League wird gezittert.

Video

Kein Ultimatum?

"Bei uns gibt es kein Ultimatum. Wir wollen wieder versuchen, die Kurve zu kriegen - mit ihm", meinte Völler zwar.

Doch genau so hört sich ein Ultimatum eigentlich an.

Für den Fall, dass Schmidt nicht schnell die Kurve kriegt, soll die Bayer-Führung nach kicker-Informationen bereits den Trainermarkt sondieren.

Der umstrittene Trainer selbst gibt seinem Arbeitgeber aktuell nicht viele Gründe, noch lange an ihm festzuhalten.

Video

Merkwürdige Telefonate

Neben seiner fragwürdigen Aufstellung sorgte er in Lotte auch durch seinen ungewohnten Sitzplatz für Aufsehen und allerhand Mutmaßungen.

Die Partie sah sich der vom DFB zu zwei Spielen Sperre verurteilte Schmidt nämlich nicht auf der Tribüne an. Der 49-Jährige ließ sich lieber vom übertragendenen Sender Sky extra eine Kabeltrommel bereitstellen, damit er das Spiel in Ruhe im Mannschaftsbus verfolgen konnte.

Pikant: Schmidt wurde dabei gefilmt, wie er mit dem Handy telefonierte. Sollte er damit seinen Co-Trainer kontaktiert haben, um so indirekt mit der Mannschaft zu kommunizieren, hätte er erneut gegen die DFB-Regeln verstoßen.

Die Leverkusener Verantwortlichen äußerten sich zum heimlichen Bus-Telefonat bisher nicht. Hinter den Kulissen scheint die Geduld mit Schmidts Sperenzchen aber langsam zu Ende zu gehen.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel