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Oliver Kahn spielte 14 Jahre lang für den FC Bayern
Oliver Kahn spielte 14 Jahre lang für den FC Bayern © SPORT1-Grafik: Getty Images/Imago

Aus Marketing-Sicht ist die Kampagne von Oliver Kahn ein Erfolg. Doch viele Bayern-Anhänger sind sauer. Ein Fanclub-Boss erklärt bei SPORT1 die Enttäuschung.

Mehr Aufmerksamkeit für sein neues Produkt hätte Oliver Kahn nicht generieren können.

Vor einem Wappen des FC Bayern stehend kündigte der frühere Torwart der Münchner "große Neuigkeiten" und "eine neue Aufgabe" an.

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Letztlich stellte der 47-Jährige nur seine neue Firma Goalplay vor.

"Kampagne voll aufgegangen"

In Sachen Marketing hat Kahn erst einmal alles richtig gemacht.

"Aus reiner Social-Media-Sicht ist die Kampagne voll aufgegangen", erklärt Max Retzer, Head of Social Media von SPORT1: "Ob die Kampagne dabei gut oder schlecht war, spielt hierbei keine Rolle. Es wurde von vielen Medien fünf Tage lang ausgeschlachtet."

Längerfristig könnte allerdings Kahns Image leiden. "Von Kahns Seite wurde natürlich auch viel suggeriert, das von den Fans verständlicherweise missverstanden wurde und somit für einen nachvollziehbaren Shitstorm sorgte. Ob es ihm nachhaltig schadet, wird man sehen und muss am Erfolg des Produkts gemessen werden", sagt Retzer.

Kritik für Kahn bei Facebook

Der FC Bayern wollte auf SPORT1-Nachfrage keine Stellungnahme zu Kahns Aktion abgeben.

Bei vielen Bayern-Fans hat der frühere Kapitän Sympathie-Punkte verspielt. Deutlich sichtbar an den zahlreichen negativen und verärgerten Reaktionen bei Facebook.

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Exemplarisch hieß es da etwa in einem Kommentar: "Du hast für den FCB gestanden wie kaum ein anderer. Dort wirst du gebraucht. Sich Stück für Stück zu verkaufen, steht nicht für den Olli Kahn, den wir kennen." Und in einem anderen: "Sehr unglücklich war es, die Vorankündigung vor dem FCB-Logo zu machen."

Fanclub-Boss: "Hätte es nicht gemacht"

Hans Gehrlein ist Vorsitzender der "13 Höslwanger", einem der größten Bayern-Fanclubs.

Er kann den Unmut mancher Anhänger nachvollziehen: "Logisch, manche haben gesagt: 'Super, er kommt jetzt zurück und macht was bei Bayern!' Und dann macht er es nur für irgendeinen Werbezweck. Dass das nicht bei allen gut ankommt, ist natürlich klar. Damit sollte man ein bisschen vorsichtig umgehen", sagte Gehrlein bei SPORT1.

Und weiter: "Der FC Bayern ist sehr vielschichtig und es gibt viele Meinungen. Das hat einigen nicht so gut gefallen. Ich hätte das jetzt auch nicht gebraucht. An seiner Stelle hätte ich es nicht gemacht. Da gibt es jetzt halt Leute, die schimpfen."

Hans Gehrlein ist Vorsitzender des Fanclubs "13 Höslwanger"
Hans Gehrlein ist Vorsitzender des Fanclubs "13 Höslwanger" © Getty Images

"So ist halt der Kahn"

Gehrlein selbst sieht Kahns Aktion allerdings differenzierter: "Irgendwie hat man schon vermutet, dass an der Sache irgendetwas nicht stimmt. Ich fühle mich jetzt aber nicht gefühlsmäßig betroffen. Es ist ein Geschäft, so ist halt der Kahn."

Die emotionalen Reaktionen der Fans zeigen: Viele Bayern-Anhänger hätten sich gewünscht, dass Kahn eine Rolle beim FC Bayern übernimmt.

Fanclub-Boss Gehrlein geht jedoch nicht davon aus, dass dies bald passieren könnte: "Das kann ich mir zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich nicht vorstellen. Irgendwie ist das schon wieder so weit weg. Er hat jetzt schon so viele verschiedene Sachen gemacht. Ich weiß nicht, ob eine führende Rolle bei Bayern überhaupt noch in Frage kommt."

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