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Bundestrainer Löw (2. v. r.) gibt seinen Nationalspielern im Training Anweisungen
Ein Amt als Bundesliga-Trainer kommt für Joachim Löw (Mitte) nicht in Frage © Getty Images

Der Bundestrainer verschwendet keine Gedanken daran, als Coach noch einmal in Deutschland tätig zu werden. Beim Umgang mit seinen Kollegen vermisst Löw oft die Fairness.

Joachim Löw hat ausgeschlossen, noch einmal einen Bundesligisten zu trainieren.

Auf die Behauptung, er werde nie mehr einen Bundesliga-Klub übernehmen, sagte der Bundestrainer im Interview mit der Funke Mediengruppe: "Stimmt."

Gleichzeitig kritisierte Löw, der von 1996 bis 1998 den VfB Stuttgart trainierte und zum Pokalsieg geführt hatte, den Umgang mit den Trainern im deutschen Oberhaus.

Löw fehlt Fairness

"Was mir grundsätzlich nicht gefällt, ist die Art und Weise, wie so ein Trainerwechsel manchmal vonstattengeht. Ich habe schon Verständnis, dass auch aus Vereinssicht manchmal ein Trainerwechsel angebracht sein kann. Entscheidend aber ist, dass dies immer fair und korrekt über die Bühne geht.

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Dieses Gefühl habe ich aber leider nicht immer. Da wird auch mal ein Trainer komplett im Regen stehen gelassen und wochenlang mit einem Ring durch die Nase in der Manege vorgeführt", sagte der 56-Jährige.

Im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerkDeutschland forderte Löw, dass auch bei einem Trainerwechsel "Anstand und Menschlichkeit eine wichtige Rolle spielen" sollten.

Löw lobt deutsche Talentförderung

Dennoch sieht Löw die Bundesliga gut gerüstet im Wettstreit der europäischen Ligen."In anderen Ligen werden hohe Gehälter gezahlt, aber die wichtige Aufgabe ist, junge Spieler zu entwickeln. Das ist die Zukunft."

In Sachen Talentförderung sei die Bundesliga "weiter als andere Ligen, in denen viel Geld bezahlt wird und in denen es häufig um einen ganz kurzfristigen Erfolg geht", sagte der Bundestrainer weiter. Der 56-Jährige sieht die Bundesliga auf einem "sehr hohen Niveau - sportlich und auch was die Infrastruktur betrifft."

Verlängerung: Löw sieht keine Eile

Löws Vertrag beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) läuft bis zur WM 2018 in Russland. Auch wenn DFB-Präsident Reinhard Grindel den Kontrakt gerne vorzeitig verlängern möchte, sieht Löw keine Eile. "Das Vertrauen ehrt mich. Aber momentan gibt es überhaupt keinen Grund dafür. Jetzt freue ich mich zunächst einmal auf die WM 2018 in Russland", so Löw.

Nach dem 3:0-Sieg zum Auftakt der WM-Qualifikation in Norwegen trifft die DFB-Auswahl am Samstag in Hamburg auf Tschechien und kommenden Dienstag (beide 20.45 Uhr im LIVETICKER) in Hannover auf Nordirland.

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