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München - Bayerns Douglas Costa sorgt mit seinem Selfie-Jubel gegen Mönchengladbach für Diskussionen. Teamkollege Mats Hummels ist skeptisch, die Meinungen sind gespalten.

Trainer Carlo Ancelotti war gnädig, die Fans zumindest in Teilen kritisch:

Douglas Costa vom FC Bayern München hat mit seinem Selfie-Jubel beim 2:0 im Bundesliga-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach für Diskussionen gesorgt.

"Natürlich will ich, dass die Spieler fokussiert bleiben, aber das kann mal passieren", meinte Ancelotti zur ungewöhnlichen Aktion des Brasilianers.

Aber der Coach zeigte sich gnädig und scherzte sogar: "Er hat ein gutes Spiel gemacht, ich kann das durchgehen lassen. Vielleicht kommt er nächstes Mal zu mir, dann machen wir zusammen ein Foto."

Auch der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge witzelte: "Das gab es zu meiner Zeit nicht, sonst hätten wir das vielleicht auch gemacht. Ich warte nur darauf, dass einer während des Spiels was tickert", sagte er.

Costa schießt Selfie mit Kumpel und Cousin

Der Brasilianer war nach seinem Tor (31.) zur Tribüne geeilt, wo er sich von seinem Freund Yan Perin ein Smartphone reichen ließ - und zusammen mit seinem Cousin Stefano Costa ein Selfie schoss. 

Costa lächelte und streckte dabei die Zunge heraus. Dann gab er das Telefon wieder ab und schickte ein Kusshändchen hinterher.

Drees: "Nette Sache"

Es war der erste Treffer für den 26-Jährigen seit dem 23. April - damals war er beim 2:0-Erfolg bei Hertha BSC erfolgreich gewesen. 

Schiedsrichter Dr. Jochen Drees sah in Costas Aktion keine Regelmissachtung. "Für uns ist entscheidend, ob er den Zaun erklommen hat, oder abfällige Gesten macht. Es gibt im Regeltext keine Passage, dass er kein Selfie machen darf", sagte Drees in der ARD.

"Ich finde das eigentlich eine nette Sache. Es tut niemandem weh und er hat das Spiel nicht verzögert", beurteilte der Unparteiische die Szene.

Fans sind geteilter Meinung

Kreative Aktion oder respektlos gegenüber den Gladbachern? Bei den Fans gehen die Meinungen auseinander.

"Eindeutig cool - hört auf so deutsch zu sein!!!", schrieb ein User bei SPORT1, ein anderer ergänzte mit Blick auf den Jubel von Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang von Borussia Dortmund: "Der Batman Jubel war für euch ja erfrischend sympathisch und kreativ."

Im SPORT1-Voting stärkte eine breite Mehrheit Costa den Rücken. 80 Prozent der User (Stand 23.30 Uhr, 3.000 Stimmen) wählten auf die Frage "Was halten Sie vom Costa-Jubel" die Antwort "Amüsanter Torjubel! Es sollte mehr derartige Aktionen geben."

Nur 20 Prozent vertraten die Meinung, die Einlage sei eine "unsportliche und respektlose Aktion dem Gegner gegenüber".

In den sozialen Medien gab es auch deutliche, kritische Stimmen. 

"Als Trainer mal sagen: 'Geh duschen' und dann mal richtig einen einschenken", forderte ein Twitter-User. Andere Fans nannten die Aktion peinlich oder überheblich.

Auch bei Max Eberl stieß der Selfie-Jubel von Costa nicht auf Begeisterung.

"Er soll froh sein, dass ich nicht sein Gegenspieler war", meinte Gladbachs Sportdirektor nach der Niederlage.

Hummels wird Costa nicht nacheifern

Costas Mitspieler Mats Hummels äußerte sich eher zurückhaltend.

"Es gibt halt verschiedene Kulturen und Arten von Typen. Für mich wäre es absolut nichts. Ich könnte mir das nicht vorstellen, dass ich so etwas mal mache. Von mir wird man das nicht sehen", sagte der Verteidiger bei Sky.

Gleichzeitig meinte Hummels: "Wenn er immer trifft, dann kann er von mir aus 100 Selfies machen in der Saison."

Dem würde wohl auch Ancelotti zustimmen.