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München - Im FC-Bayern-Kader stand Julian Green zuletzt regelmäßig, Einsätze bekommt er aber nur im US-Team. Dort trumpft er auf, Ancelotti bleibt es nicht verborgen.

Ein schneller Antritt auf der Außenbahn, ein Haken in die Mitte und ein präziser Abschluss von der Strafraumkante ins kurze Eck: Julian Green demonstrierte mit seinem Treffer für das US-Team beim 1:1 gegen Neuseeland eindrucksvoll seine beim FC Bayern erzielten Lernerfolge.

Zeigen durfte der 21-Jährige seine Fähigkeiten dort aber auch während der verletzungsbedingten Abwesenheit seines Mentors Arjen Robben nur selten. Auf 24 Minuten im DFB-Pokal bringt es Green in dieser Saison. In der Bundesliga steht noch die Null, im Kader stand der Offensivspieler zuletzt immerhin regelmäßig.

Ein Grund, warum ihn US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann erstmals seit anderthalb Jahren wieder nominierte. Nach Greens Tor gegen Kuba (2:0) und seinem Treffer gegen Neuseeland sah sich Klinsmann in seiner Entscheidung bestätigt. Und auch Bayern-Trainer Carlo Ancelotti hielt fest: "Das war gut für ihn. Er hat in den kommenden Partien die Chance zu spielen."

Klinsmann staunt über Greens Entwicklung

"Über die Art, wie er sich in den zehn Tagen seit des ersten Trainings hier präsentiert hat, haben wir gesagt: 'Oh'", staunte Klinsmann über Green, "er wird reifer, stärker und ist deutlich selbstsicherer. Es ist wirklich schön, seine Entwicklung zu sehen."

Und die ist noch lange nicht abgeschlossen, nun will Green endlich auch bei den Bayern angreifen. "An Selbstvertrauen hat es nie gemangelt, jetzt schieße ich Tore", sagte er.

Tore als Empfehlung für mehr. Bereits in der Vorbereitung rief sich der im vergangenen Jahr zur U23 abgeschobene Green mit starken Leistungen in Erinnerung. Ein Dreierpack beim 4:1-Sieg gegen Inter Mailand im International Champions Cup bescherte ihm ein Sonderlob von Ancelotti.

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"Er arbeitet gut und professionell", sagte der Italiener damals, machte Green aber zugleich wenig Hoffnungen: "Die Konkurrenz bei Bayern ist groß. Der Kader ist stark. Es wird nicht so einfach sein, da einen Platz zu finden."

Am Freitag in der Pressekonferenz klang Ancelotti schon etwas aufgeschlossener. "Green ist ein guter Spieler, arbeitet mit viel Konzentration. Ich glaube, er hat in den nächsten Spielen eine Chance, zum Einsatz zu kommen. Er steht für das Spiel in Frankfurt im Kader", sagte Ancelotti.

Green kämpft um seinen Platz

Seinen Platz auf der Bank hatte Green in letzter Zeit fast sicher, in vier der sechs Bundesligaspiele zählte er zum Aufgebot, auch gegen Frankfurt wird er im Kader sein, wie Ancelotti bestätigte. Doch der Youngster gibt sich damit nicht zufrieden.

"Dieses Jahr will ich nicht mehr in der zweiten Mannschaft spielen, sondern in der ersten Mannschaft meinen Weg gehen. Ich weiß, der ist steinig und hart, aber ich werde hart dafür arbeiten", hatte Green während der USA-Reise der Bayern im Sommer angekündigt.

"Er will es in die Mannschaft schaffen. Er möchte dort Minuten bekommen, aber er hat Spieler wie Ribery und Robben vor sich", sagte Klinsmann und stärkte seinen Schützling: "Er hat unter Pep Guardiola eine Menge gelernt und er lernt unter Ancelotti eine Menge." Es sei Greens Aufgabe, wie ein Schwamm alles aufzusaugen und zu lernen.

Neue Option für Bayerns Offensive?

Im Spielbetrieb der Münchner muss sich Green jedoch vorerst brav hinten anstellen. Allerdings hatten sowohl Ribery als auch Robben zuletzt mit Blessuren zu kämpfen. Und auch die Ersatzleute auf dem Flügel sind wie Douglas Costa entweder selbst verletzt oder auf Formsuche, wie im Fall von Kingsley Coman.

Ancelotti schränkte am Freitag jedoch ein, dass er Green eher als Mittelstürmer denn als Flügelangreifer sieht: "Er ist am besten, wenn er aus der Tiefe kommt."

Als Linksaußen im Nationaltrikot überzeugte Green allerdings. Womöglich ändert er Ancelottis Meinung ja noch.

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