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Hamburger SV - Annual Meeting 2010
Bernd Hoffmann war von 2003 bis 2011 an der Spitze des Hamburger SV © Getty Images

Ex HSV-Boss Bernd Hoffmann sieht die Doppelfunktion von Dietmar Beiersdorfer und den Einfluss von Gesellschafter Klaus-Michael Kühne beim Hamburger SV kritisch.

Bernd Hoffmann, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Hamburger SV, hat sich kritisch über die Doppelfunktion von Dietmar Beiersdorfer und die Rolle vom Mäzen Klaus-Michael Kühne geäußert.

"Alles auf einer Person abzuladen, das kann nicht funktionieren. Ich kenne keine Konstruktion, in der heutzutage ein Mensch alleine so etwas schultern kann", sagte Hoffmann am Sonntag bei Sky.

Beiersdorfer braucht Unterstützung

Beiersdorfer ist bei den Hamburgern zugleich Klubchef und Sportdirektor. Für Hoffmann, der den HSV von 2003 bis 2011 führte, "braucht man ein Tandem an der Spitze. Der HSV wird nicht umher kommen, sich da neu aufzustellen", erklärte der 53-Jährige.

Die Arbeit müsse "im Team mit klaren Zuständigkeiten und verbindlichen Zielen geregelt werden. Ansonsten wird das nicht funktionieren."

Kühnes Einfluss muss limitiert werden

Der Einfluss von Gesellschafter Kühne ist für Hoffmann ebenfalls mit Problemen behaftet.

"Es passieren Dinge, die einem Gesellschafter, der 11 und nicht 91 Prozent hat, nicht zustehen. Das ist suboptimal", sagte Hoffmann, betonte aber auch, es sei "eine richtige Entscheidung" gewesen, „die Kapitalgesellschaft auszugliedern und sich den Gesellschafter Klaus-Michael-Kühne mit an Bord zu holen. Dafür kann jeder nur dankbar sein."

"Dass nicht der Schwanz mit dem Hund wedelt"

Es sei zwar "völlig in Ordnung, wenn sich Herr Kühne einen sportlichen Berater (Volker Struth, Anm. d. R.) an die Seite holt. Das Problem ist nur, wenn im Klub der Eindruck entsteht, die hätten was zu sagen. Wenn Herr Struth ein halbseitiges Interview gibt und sagt, er habe nichts zu sagen, dann hat er schon was gesagt." Kühne habe "eine wichtige Rolle im Klub, aber in der Öffentlichkeit muss diese klar limitiert werden."

Und weiter: "Der Vorstandsvorsitzende (Beiersdorfer) muss klarmachen, dass er das Heft des Handelns in seinem Klub in der Hand hat. Es muss eine rote Linie geben, über die nichts geht. Es muss klargemacht werden, dass hier nicht der Schwanz mit dem Hund wedelt, sondern andersrum."

Keine Absicht zurückzukehren

Die Situation des HSV, der nach der 0:3-Niederlage in Köln Tabellenletzter ist, gehe "an keinem Hamburger vorbei. Wenn man in der Verantwortung war, dann leidet man natürlich mit. Die Entwicklung geht ja über die letzten Jahre. Ganz offensichtlich rentiert sich das eingesetzte Kapital, was Punkte und Tore angeht, nicht", so der Ex-Klubboss.

Auf die Frage, ob er sich eine Rückkehr zum HSV vorstellen könne, sagte Hoffmann: "Das steht jetzt überhaupt gar nicht zur Debatte. Meine Lebensplanung sieht auch deutlich anders aus. Ich glaube nicht, dass dort ein starker Mann gefragt ist, sondern ein starkes Team gebraucht wird."

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