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BVB-Boss Hans-Joachim Watzke spricht über die Sommer-Abgänge - und setzt eine Spitze gegen Henrikh Mkhitaryan. Mit Hummels verbindet er einen "Lebenstraum".

Hans-Joachim Watzke hat mit Blick auf den Umbruch bei Borussia Dortmund im Sommer noch einmal deutliche Worte in Richtung Henrikh Mkhitaryan gefunden.

"Man muss es erst einmal verkraften, in Mats Hummels und Ilkay Gündogan zwei Weltklassespieler und dazu noch Henrikh Mkhitaryan zu verlieren", sagte der Geschäftsführer des BVB im kicker - er spricht Mkhitaryan das Weltklasse-Niveau also ab.

Einer möglichen zukünftigen Rückholaktion, wie es sie bei Nuri Sahin, Shinji Kagawa oder zuletzt Mario Götze gegeben hatte, erteilte Watzke im Fall des Armeniers trotz dessen Anlaufschwierigkeiten bei Manchester United zudem eine klare Absage.

"Jeder intelligente Spieler sollte sich vorher Gedanken machen, in welches Umfeld er wechselt", sagte Watzke: "Wenn man in einem funktionierenden Umfeld wie in Dortmund spielt, ist es zweifelhaft, das gleich wieder herzuschenken, wenn es nach langer Anlaufzeit endlich funktioniert."

Mkhitaryan hatte in der Vorsaison in seinem dritten Jahr beim BVB mit 31 Scorerpunkten in 31 Bundesligaspielen den Durchbruch geschafft, sich trotz langen Werbens des BVB um eine Vertragsverlängerung im Sommer aber für einen Wechsel nach Manchester entschieden.

Dort bringt es der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler bisher jedoch erst auf 104 Einsatzminuten, zuletzt fiel er wegen einer Muskelzerrung verletzt aus.

Watzke: Hummels-Rückkehr "mein Lebenstraum"

Im Gegensatz zu Mkhitaryan würde Watzke den ebenfalls im Sommer zum FC Bayern abgewanderten ehemaligen BVB-Kapitän Mats Hummels sofort wieder aufnehmen. "Das wäre mein Lebenstraum", erklärte Watzke, "aber diesen Traum kann ich realistisch einschätzen".

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Auch seine Wertschätzung für Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge bekräftigte Watzke.

"Karl-Heinz-Rummenigge hat in der Phase, in der Uli Hoeneß nicht präsent war, noch einmal enorm an Profil gewonnen", lobte Watzke: "Darüber hinaus hat er sich international eine hohe Reputation erworben." Er könne diese Leistungen anerkennen, auch wenn sein Pendant für "einen vermeintlichen Rivalen arbeitet".

"Rummenigge gehört zu den einflussreichsten Leuten im internationalen Fußball. Das hat er sich hart erarbeitet. Davor ziehe ich meinen Hut", erklärte der BVB-Boss weiter, der aber auch die "gemeinsame Verantwortung für den deutschen Fußball" betont.

Deshalb würde es nicht gut aussehen, "wenn wir uns permanent vors Schienbein treten", so Watzke.

Hoffen auf BVB-Ära mit Tuchel

Auch über die Zukunft von Thomas Tuchel äußerte sich Watzke in dem Interview, will noch vor Saisonende mit dem Trainer über eine Vertragsverlängerung sprechen.

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"Das werden wir nicht drei Monate vorher ankündigen. Wir werden Gespräche führen, ohne dass die Öffentlichkeit davon erfährt", sagte Watzke allerdings. Der Verein werde 2017 nicht in Tuchels letztes Vertragsjahr gehen, ohne dessen Zukunft geklärt zu haben.

Watzke wünscht sich, dass Tuchel eine BVB-Ära wie zuvor Jürgen Klopp begründet, der den Verein sieben Jahre lang trainiert hatte. Angesichts der "hohen Wertschätzung" für Tuchel beispielsweise in England oder bei Real Madrid wappnet sich der Klub jedoch für einen Abschied: "Der BVB wird immer größer sein als jede einzelne Person. Wir stellen uns darauf ein, dass es immer mal wieder einen Wechsel geben kann."

Auch Top-Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang will Watzke trotz dessen Flirts mit Real Madrid vom Verbleib überzeugen. "Wir sind bestrebt, ihn zu halten", sagte der 57-Jährige: "Er ist ein außergewöhnlicher Spieler - und ein wunderbarer Typ."

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