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SPORT1-Experte Armin Veh blickt kritisch auf den Hamburger SV und seinen Boss Dietmar Beiersdorfer © SPORT1/Getty Images

München - SPORT1-Experte Armin Veh stellt die Führungskompetenzen des HSV-Bosses in Frage. Er macht sich für Investoren in der Bundesliga stark und nennt positive Beispiele.

Hallo Fußball-Freunde,

in der Bundesliga wird der Einstieg von fremden Geldgebern bei Klubs kontrovers diskutiert.

Ich bin dafür, dass Investoren kommen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Und um den Wettbewerb neu zu entfachen.  

Schauen wir nach Leipzig. Mit RB hat die Liga einen Aufsteiger hinzugewonnen, der Spaß macht. Sie haben viel Geld investiert, aber sie haben es richtig eingesetzt. Die Art und Weise, wie sie Fußball spielen, ist beeindruckend. Sie haben ein klares Konzept. 

Viele sagen, fremde Investoren zerstörten die Tradition des Fußballs. Ich sage: Warum kann man nicht von außen jemanden ins Boot holen und dabei die Tradition beibehalten? Man braucht eben das Gefühl, dass der Investor sich auch mit dem Verein identifiziert.

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Hier sind die Löwen ein gutes Beispiel. Es ist gut, dass Hasan Ismaik bei 1860 ist, sonst hätte der Klub einst gar keine Lizenz erhalten. Soll man sie ganz verschwinden lassen, nur weil man sich einem fremden Investor versperrt?

Ein Verein darf jedoch nicht zu einem Spielzeug verkommen. Dieses Gefühl habe ich ab und an beim Hamburger SV. 

Es sieht so aus, als hätte Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer keinen Plan. Ich muss doch einen starken Vorstand haben, der bestimmt, wie das Geld eingesetzt wird. Ich kann nicht sagen: Ich mache jetzt den Sportchef und sechs Monate später sage ich, es ist mir doch zu viel - so kann ich keinen Verein führen.

Zum Abschluss noch ein Wort zu der Personaldebatte in der Nationalmannschaft. Bis auf das Problem im Sturmzentrum und bei den Außenverteidigern sehe ich die DFB-Elf auf allen Positionen exzellent aufgestellt. 

Die Mannschaft hat bei der EM in Frankreich besser gespielt als 2014 beim WM-Triumph. Was gefehlt hat, war die Effizienz. Grundsätzlich sind die Deutschen und andere Verbände schon sehr stark.

Das Länderspiel gegen Tschechien hat mir wieder einmal gezeigt, dass die Kleinen nicht mehr schwer zu schlagen sind. Im Gegenteil: Der Unterschied zu den anderen Nationen wird immer größer.

Bis demnächst,

Euer Armin Veh

Armin Veh kann auf eine erfolgreiche Laufbahn als Trainer zurückblicken. Mit dem VfB Stuttgart gewann er 2007 die deutsche Meisterschaft. Mit Eintracht Frankfurt stieg er in der Saison 2012/13 in die Bundesliga auf und qualifizierte sich anschließend für die UEFA Europa League. Seit dieser Saison begleitet Veh als Experte den Volkswagen Doppelpass auf SPORT1.

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