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Christian Heidel lässt die Spieler des FC Schalke 04 wieder in Düsseldorf wohnen
Christian Heidel lässt die Spieler des FC Schalke 04 wieder in Düsseldorf wohnen © Getty Images

München - Horst Heldt hatte den Neuzugängen des FC Schalke 04 verboten, im schicken Düsseldorf zu wohnen. Sein Nachfolger Christian Heidel lässt die Zügel lockerer.

"Wir haben in Düsseldorf die längste Theke der Welt", berichteten die Toten Hosen einst in ihrem Altbierlied.

Eine Information, die wahrscheinlich im Zusammenhang damit steht, dass die Heimatstadt der Punkrockband als recht attraktiver Wohnort gilt. Rund 600.000 Menschen leben in der Rhein-Metropole, die zugleich auch der Ort mit der höchsten Millionärs-Dichte Nordrhein-Westfalens ist.

Für Düsseldorf eine gute Sache, anderswo ist die Stadt allerdings ein Reizthema. In Gelsenkirchen zum Beispiel, im Umfeld des FC Schalke 04.

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Heldt verbot Wohnsitz Düsseldorf

Dass viele Schalker Spieler sich in der 60 Kilometer entfernten Landeshauptstadt niederließen, kam bei den Anhängern eher schlecht an. In der Malocherstadt kassieren, um das Geld dann in einer schickeren Umgebung auszugeben: Sieht etwas blöd aus, identifikationstechnisch.

Was den früheren Manager Horst Heldt schließlich dazu trieb, seinen Neuverpflichtungen den Wohnsitz Düsseldorf zu verbieten.

"Der Spieler verpflichtet sich, seinen Wohnort im Umkreis von 35 Kilometern vom Klubgelände zu beziehen und während der Vertragslaufzeit zu behalten": Dieser Satz stand seit Mai 2015 in allen neuen Spielerverträgen, die Sport Bild hat die Klausel abgedruckt.

Sie gehört nun allerdings der Vergangenheit an. Heldts Nachfolger Christian Heidel hat die Düsseldorf-Klausel gekippt, wie kurz vor dem Gastspiel bei FK Krasnodar in der UEFA Europa League bekannt wurde.

Die UEFA Europa League am Donnerstag ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM sowie im LIVETICKER und in unserem Sportradio SPORT1.fm. Alle Highlights des Spieltags - u.a. mit der Partie FK Krasnodar gegen Schalke 04 - gibt es zudem ab 23 Uhr im TV

Naldo und Stambouli profitieren

Heidels Sommereinkauf Naldo wohnt schon in Düsseldorf, Benjamin Stambouli hat ebenfalls entsprechende Pläne - für Heidel kein Problem.

"Wir sind alles erwachsene Menschen", sagt er der Sport Bild: "Wenn es logische Gründe gibt wie im Fall Naldo, in Düsseldorf zu leben, weil dort seine Kinder zur internationalen Schule gehen können, dann reden wir von Fall zu Fall darüber. Mir ist es doch lieber, ich habe einen zufriedenen Spieler."

Schalke-04-Neuzugang Naldo lebt wegen seiner Kinder in Düsseldorf
Schalke-04-Neuzugang Naldo lebt wegen seiner Kinder in Düsseldorf © Getty Images

Heidel wohnt unbedenklich

Von Fall zu Fall, Heidel hat also weiterhin ein Auge drauf, wo seine Profis sich niederlassen und weshalb.

Zieht einer nach Düsseldorf, weil es dort die längste Theke der Welt gibt, wird auch er das kritisch hinterfragen. Aktuell sieht er aber keinen Grund dafür: "Die Mannschaft ist charakterlich top, die Spieler identifizieren sich alle total mit Schalke."

Heidel selbst wohnt im 15 Kilometer von Gelsenkirchen entfernten Essen, sein Wohnort gilt  also auch nach den alten Maßstäben als unbedenklich.

Anders als der von Heldt übrigens, der selbst in Düsseldorf wohnte, ab 2015 aber natürlich auch eine Wohnung in Gelsenkirchen suchte, um mit gutem Beispiel voranzugehen. Er fand keine dauerhafte Bleibe mehr.

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