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Mit seinem Aussetzer liefert Roger Schmidt Leverkusen einen Bärendienst - und seinen Kritikern weiteren Zündstoff. Kommentar von SPORT1-Chefredakteur Dirc Seemann.

Roger Schmidts Wortsalve war keine Ausgeburt der Boshaftigkeit, aber sie erfüllte den Tatbestand der Beleidigung.

"Was bist du denn für ein Spinner? Halt doch einfach die Schnauze", hatte Schmidt Richtung seines Hoffenheimer Trainerkollegen Julian Nagelsmann gegiftet.

Das Problem bei Schmidt: Er ist Wiederholungstäter.

Es war bereits der dritte Platzverweis seit seinem Dienstantritt in Leverkusen 2014. Beim bislang letzten Mal im Februar hatte er sich beim 0:1 gegen Dortmund zunächst geweigert, seinen Platz auf der Bank zu räumen.

Schmidt hat sich nicht im Griff. Und seine Erklärungen nach dem 0:3 gegen Hoffenheim zeugen nicht unbedingt von Einsicht.

Mit seiner erneuten Disziplinlosigkeit liefert er dem Werksklub einen Bärendienst.

Da Schmidt zusätzlich zu seiner letzten Strafe zwei Spiele Sperre auf Bewährung aufgebrummt bekam, wird er in den nächsten beiden Spielen auf jeden Fall fehlen - mindestens.

Bei seiner letzten Sperre im Februar holten die Leverkusener aus drei Spielen ohne ihn auf der Trainerbank nur ein dünnes Pünktchen.

Sein erneuter Aussetzer könnte Schmidt endgültig zum Verhängnis werden.

Es ist ja auch nicht so, dass er sportlich unangreifbar ist. Im Gegenteil: In der Bundesliga steht das Team nach acht Spielen als Elfter im Niemandsland. In der Champions League stehen drei Remis zu Buche.

Schmidt liefert Zündstoff für seine - nicht wenigen - Kritiker.

Es ist ein Spiel mit dem Feuer.

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