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Peter Stöger preist im Volkswagen Doppelpass Stärken an, die beim 1. FC Köln lange nicht die Spezialität waren. Modestes Form überrascht den Trainer nicht.

Peter Stöger hat mit dem 1. FC Köln einen starken Saisonstart erwischt. Nach dem 2:1-Sieg über den FC Ingolstadt sind die Kölner mit 15 Punkten erster Verfolger des FC Bayern München (17).

Die Frage, wo im nächsten Jahr die Meisterschaft gefeiert wird, habe man ihm aber noch nicht einmal in Köln gestellt, sagte Stöger im Volkswagen Doppelpass. Auch beim Thema Europa ist Stöger noch vorsichtig.

"Wenn mal mehr drin ist, werden wir versuchen, mehr mitzunehmen. Wir müssen alles richtig machen und andere müssen schwächeln. Wenn die schwächer sind, müssen wir da sein. Aber das ist ein langer Weg bis dahin", erklärte Stöger.

Kölns Coach stellte aber humorvoll klar: "Wenn wir uns für Europa qualifizieren, nehmen wir teil."

Stöger: Keine Wissenschaft

Zum Erfolgsgeheimnis des FC gehöre die "sehr harmonische Zusammenarbeit" zwischen Stöger und Manager Jörg Schmadtke, der für den Trainer mehr Partner als Vorgesetzter ist. Neben der ungewöhnlichen Ruhe in Köln hob Stöger eine weitere neu entwickelte Spezialität hervor. "Wir haben es geschafft, uns über uns selbst lustig machen zu können. Wir können uns auch selbst verarschen", sagte der 50-Jährige.

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Hinter dem Erfolg stehen auch überstandende schwierige Phasen. "Ich muss aber auch sagen, dass ich immer die Unterstützung des Klubs hatte, auch wenn es nicht lief. Wir hatten mal vier Spiele, die wir nicht positiv gestalten konnten. Dann haben die Jungs es wieder repariert", sagte Stöger.

Ein wirkliches Erfolgsrezept hatte Stöger nicht parat: "Mir ist es manchmal fast unangenehm. Wir machen nichts außergewöhnlich. Wir machen keine Wissenschaft aus dem Fußball. Es sind einfache Dinge."

Lob für Modeste

Die Lebensversicherung der Kölner ist Anthony Modeste, der bereits sechs Treffer auf dem Konto hat. Stöger wundert dessen starke Verfassung mit Blick auf das Vorjahr wenig. "Er hat letzte Saison 15 Tore geschossen. Das ist ein Leistungsmerkmal. Jetzt hat er einen Lauf. Das ist nicht ganz überraschend", so Stöger.

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Modeste stehe "im Moment zu Recht im Mittelpunkt, aber er wird schon sehr gut bedient von seinen Mitspielern".

Gegen Ingolstadt waren die Gastgeber auch deswegen erfolgreich, weil er gemeinsam mit seinem Team während der Partie das System etwas umstellte. "Wir geben nicht alles vor und leiten nicht alles an. Es gibt Grundideen. Die Jungs haben gesagt, es reichen drei hinten in der Zentrale", sagte Stöger. Das Trainerteam sah es ähnlich und reagierte mit Anpassungen.

Diese gemeinschaftliche Methode erhielt in der Experten-Runde viel Lob. Stöger stellte aber klar: "Wenn man 17. ist und dieselben Dinge macht, macht man alles falsch. Es geht um Ergebnisse."

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Stöger zeigte zudem "100 Prozent Verständnis" für den Frust von Ingolstadts Trainer Markus Kauczinski, der nach der Niederlage den Schiedsrichter kritisiert hatte. Allerdings könne er seinem Trainerkollegen inhaltlich nicht zustimmen, dass die Schanzer absichtlich benachteiligt werden würden.

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