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Mönchengladbach - Gladbach ist im Rhein-Derby das bestimmende Team - doch Köln schlägt eiskalt zu. Risses Strahl kurz vor Schluss versetzt den Fohlen den Tiefschlag.

Borussia Mönchengladbach rutscht in der Fußball-Bundesliga immer tiefer in die Krise. Der fünfmalige deutsche Meister unterlag im Rheinderby dem 1. FC Köln mit 1:2 (1:0) und wartet damit seit sechs Bundesligaspielen auf einen Sieg. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Nach 495 Minuten ohne Bundesliga-Tor brachte Kapitän Lars Stindl (32.) die Gladbacher in einer starken ersten Halbzeit zwar verdient in Führung, doch Torjäger Anthony Modeste (59.) glich aus. Marcel Risse sorgte mit seinem Treffer in der Nachspielzeit (90.+1) per indirektem Freistoß aus 34 Metern für den ersten Kölner Sieg im Borussia-Park seit Oktober 2008.

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Schubert unter Druck

Die Gladbacher kassierten indes die erste Heimniederlage in der Liga nach zwölf Begegnungen ohne Pleite seit Januar. Die Diskussionen um Trainer André Schubert dürften damit zunehmen, auch wenn der Coach nach Abpfiff bei Sky sagte: "Ich befürchte gar nichts, ich habe einen ganz tollen Beruf bei einem ganz tollen Verein. Das mache ich so lange ich kann und darf - mit allem was ich habe." (Die Tabelle der Bundesliga)

© SPORT1

Dabei hatte die Borussia vor 53.757 Zuschauern stürmisch begonnen. Mit schnellen Kombinationen wirbelten die Fohlen die Dreierkette der Kölner immer wieder durcheinander. Thorgan Hazard bot sich nach starkem Zuspiel von Ibrahima Traore die frühe Möglichkeit zur Führung, doch der Belgier scheiterte am stark reagierenden Thomas Kessler im FC-Tor (5.).

Kessler Kölns Rückhalt

Kessler ersetzte den am Knie operierten U21-Nationaltorwart Timo Horn und bot eine klasse Partie. Er verhinderte gegen Mahmoud Dahoud einen Rückstand (20.). (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Die Fohlen waren bei ihrer Generalprobe für das Champions-League-Duell am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF und Sky) gegen Manchester City das klar spielbestimmende Team und ließen dem FC in den ersten 45 Minuten kaum einmal Luft zum Atmen. Stindls Führung war die logische Konsequenz. Mergim Mavraj hatte den Ball noch unhaltbar abgefälscht. 

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Gladbach ließ auch mit der Führung im Rücken nicht nach. Pech hatte Traore mit einem Freistoß an die Latte (42.).

Lehmann entgeht Platzverweis

FC-Trainer Peter Stöger reagierte auf die schwache Vorstellung seiner Mannschaft und brachte zur zweiten Halbzeit Artjoms Rudnevs für Matthias Lehmann, der nach einem harten Einsteigen gegen Dahoud Glück hatte, nur die Gelbe Karte von Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) bekommen zu haben (39.). 

Kölns Kapitän verletzte sich selbst bei dieser Aktion selbst am Knie und musste noch während der Partie ins Krankenhaus.

Seine Teamkollegen versuchten nach dem Seitenwechsel indes früher zu stören, doch die Borussia kombinierte sich geschickt durch die Kölner Linien. Nach Pass von Stindl verzog Hazard knapp (50.).

Eberl bedient

Danach kam ein Bruch ins Gladbacher Spiel. Die Gäste taten nun deutlich mehr für ihr Offensivspiel, brachten das Tor von Yann Sommer zunächst aber nur durch Distanzschüsse in Gefahr. Dann war aber Modeste zur Stelle: In seinem 100. Bundesligaspiel kam er per Kopf zu seinem zwölften Saisontreffer. 

Ein Tor aus dem Nichts. Gladbachs Verteidiger Jannik Vestergaard hatte den Stürmer zuvor angeköpft. Von Modestes Kopf sprang der Ball ins Netz.

Den Schlusspunkt der Kölner Aufholjagd setzte Risse mit einem Traum-Freistoß aus großer Distanz. Keeper Sommer sah nicht gut aus. "Hätte ich mir einen Traum-Moment dafür aussuchen können, wäre es die letzte Derby-Minute gewesen", kommentierte der Matchwinner seinen Sonntagsschuss.

Kurios: Mit einem nahezu ähnlichen Treffer im Pokal gegen Hoffenheim hatte Risse bereits das Tor des Monats Oktober geschossen. 

Gladbachs Manager Max Eberl war nach Abpfiff bedient: "Wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht und stehen ohne Punkte da", sagte er bei SPORT1. Bei Sky konstatierte: "Wir stecken im Mittelmaß und sind im Moment auch nicht besser."

In der Trainer-Diskussion stellte sich Eberl hinter Schubert: "Wir haben einen Trainer, der Gutes geleistet hat. Das geht mir heutzutage zu schnell, dass immer nur Köpfe rollen sollen", sagte er bei SPORT1.

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