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München - Nach zwei Pflichtspielniederlagen in Folge müht sich Bayern zum Sieg gegen Leverkusen. Hummels feiert Tor-Premiere, Martinez' Hand rettet im eigenen Strafraum den Sieg.

Die Abteilung Attacke hat den schwächelnden Fußball-Rekordmeister Bayern München aufgerüttelt, um die jüngste Negativserie zu beenden, bedurfte es jedoch auch einer gehörigen Portion Glück.

Knapp 22 Stunden nach der Wiederwahl von Uli Hoeneß ins Präsidentenamt besiegte der Titelfavorit ein durchaus mutiges Bayer Leverkusen nach hartem Kampf mit 2:1 (1:0) und ließ der ausgerufenen Jagd auf Tabellenführer RB Leipzig auch drei Punkte folgen.

Hoeneß stattete der Mannschaft nach dem Spiel einen Besuch in der Kabine ab, um den Spielern zum Sieg zu gratulieren.

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"Wir brauchten heute harte Arbeit, das haben wir getan", sagte Weltmeister-Torwart Manuel Neuer bei Sky.

Trainer Carlo Ancelotti befand: "Das war in Ordnung. Es gibt Momente in der Saison, da ist es wichtiger zu gewinnen, als gut zu spielen. Die letzten beiden Spiele waren nicht gut, es gab eine Reaktion der Mannschaft. Ich gratuliere Leipzig zur erstklassigen Saison, aber entscheidend ist, am Ende vorne zu stehen."

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Handspiel von Martinez bleibt unbestraft

Im Bundesliga-Topspiel brachte Thiago (30.) die Münchner zwar per Kopf in Führung, Sicherheit strahlte die Mannschaft von Ancelotti aber nur bedingt aus. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Die wieder einmal augenscheinlichen Mängel im Defensivverhalten bestrafte der starke Hakan Calhanoglu in der 35. Minute, kurz zuvor hatte Robert Lewandowski das mögliche 2:0 verpasst.

Mats Hummels (56.) stellte mit einem wuchtigen Kopfball zu seinem ersten Bundesliga-Tor für die Münchner die Weichen auf Sieg. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Der geriet vor allem in der 83. Minute noch einmal in Gefahr, als der eingewechselte Kevin Volland Bayern-Keeper Manuel Neuer bereits überlupft hatte, sein Kopfball aus spitzem Winkel von Javi Martinez allerdings per Hand kurz vor dem leeren Tor geklärt wurde. Die Pfeife von Schiedsrichter Marco Fritz aber blieb stumm.

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Insgesamt waren die Münchner sichtlich bemüht, die letzten Eindrücke zu revidieren. Allein, es gelang nicht durchweg.

Im Angriff fehlte im Strafraum häufig die Konsequenz, Leverkusen bremste Lewandowski und Co. häufig mit Robustheit und gutem Zweikampftiming aus. Defensiv reihte sich insbesondere vor dem 1:1 eine Kette von Fehlern aneinander. (Tabelle der Bundesliga)

Mehmedi und Calhanoglu legen stark los

Hoeneß hatte nach seiner gefeierten Wiederwahl eindringlich die Leistung der Mannschaft zur "Hauptsache" erklärt. Die Bayern begannen mit hohem Tempo, gefährlicher war jedoch zunächst der Gast.

Admir Mehmedi (2.) und Calhanoglu (8.) verfehlten knapp. Auf der Gegenseite ließ der wieder unglücklich agierende Thomas Müller (9.) eine erste Gelegenheit aus.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte das Duell mit Leverkusen zum "wichtigen Spiel" der Woche erklärt und vom Beginn einer neuen Zeitrechnung gesprochen: der der Bayern als Jäger des Tabellenführers Leipzig.

Zumindest im ersten Durchgang sah es nicht danach aus. Engagement ja, Dominanz nein. Leverkusen erkämpfte sich immer wieder eigenen Spielraum. Der FC Bayern wirkte phasenweise wie ein Jäger auf dem Hochstand, dessen Feldstecher beschlagen ist.

Mit sieben Änderungen hatte Ancelotti nach der Champions-League-Blamage in Rostow (2:3) klare Signale gesetzt. Nach zuvor zwei Siegen aus den letzten sechs Liga-Begegnungen und zwei verlorenen Pflichtspielen in Folge war das Bayern-Spiel aber erneut wie eine Suche nach der Selbstverständlichkeit.

Hummels mit erstem Bundesliga-Tor für Bayern

Die Werkself mit dem erst 17-jährigen Kai Havertz hatte ein gutes Rezept: Das Team von Trainer Roger Schmidt erstarrte nicht in Ehrfurcht, war geradlinig bei Gegenstößen und zupackend in den Zweikämpfen.

© iM Football

Die Leverkusener, deren Russland-Ausflug in der Königsklasse zu ZSKA Moskau (1:1) erfolgreicher verlaufen war, gerieten aber nach dem Wechsel stärker unter Druck. Erst parierte Torwart Bernd Leno noch gegen den gut aufgelegten Douglas Costa (55.), gegen Hummels' Wucht war er dann machtlos.

Mit den eingewechselten Superstars Arjen Robben und Franck Ribery drängte der FC Bayern danach auf die Entscheidung. Die beste Chance aber hatte auf der anderen Seite Volland - und die Münchner Glück, dass Martinez' Handspiel ohne Folgen blieb.

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