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Borussia Dortmund v Bayern Muenchen - Bundesliga
Auch Bayerns Innenverteidiger Jerome Boateng erwischte nicht den besten Tag in Dortmund © Getty Images

Dortmund - Nach der Pleite in Dortmund und dem Verlust der Tabellenführung reagieren die Spieler des FC Bayern wenig selbstkritisch. Für Mats Hummels ist es eine bittere Rückkehr.

Als die Spieler des FC Bayern nach dem 0:1 bei Borussia Dortmund vom Platz schlichen, wirkten sie ein bisschen uneinsichtig und bockig - wie zu Unrecht bestrafte Kinder.

Von Selbstkritik war nicht viel zu spüren. Im Gegenteil: Philipp Lahm reagierte gar mit einer Portion Sarkasmus auf die Frage nach dem neuen Tabellenführer RB Leipzig. "Das ist doch schön für die Liga, das haben sich doch alle gewünscht", sagte der Bayern-Kapitän ins Sky-Mikrofon.

Dass die Bayern nach 425 Tagen und 39 Spieltagen erstmals nicht mehr an der Bundesliga-Spitze stehen, nagt am Selbstverständnis des Rekordmeisters. (Die Tabelle der Bundesliga)

Bayern wenig selbstkritisch

Und dass sich die gestrauchelten Münchner die Niederlage selbst zuzuschreiben hatten, wollten sie nicht so recht wahrhaben. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt, aber der letzte Pass hat gefehlt. Deswegen haben wir heute verloren. Dortmund hatte eher wenige Möglichkeiten", sagte Lahm.

Mats Hummels sprach nach der missratenen Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte gar von einem "sehr guten Spiel". Mit dieser Meinung stand er allerdings ziemlich alleine da.

Hummels: "Einen Tod stirbt man immer"

Hummels selbst war maßgeblich beteiligt am entscheidenden Tor durch Pierre-Emerick Aubameyang in der elften Minute.

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Bei der Vorarbeit von Götze wurde Hummels getunnelt. Eine größere Mitschuld am Gegentreffer wies Hummels aber von sich: "Ich muss natürlich raus auf Götze. Ob er mir den Ball durch die Beine spielt oder, wenn ich die Beine zumache, vorne rumgeht - einen Tod stirbt man immer."

Häme bei BVB-Kabinenbesuch

Bitter wurde es für Hummels auch nach dem Spielende.

Als fairer Sportsmann suchte er die BVB-Kabine auf, um den früheren Kollegen zu gratulieren - und musste sich einige flapsige, hämische Sprüche anhören.

Viele Bayern nicht in Bestform

Doch es war nicht nur Hummels, der seine Bestform bei den Bayern nicht abrufen konnte. Auch sein Partner in der Innenverteidigung, Jerome Boateng, erwischte nicht seinen besten Tag. Dies galt in der Offensive ebenso für Thomas Müller, der einmal mehr eine rätselhafte Vorstellung im Bayern-Dress bot.

Pech hatten die Münchner bei einem Lattenschuss von Xabi Alonso nach einer Stunde.

"Hiermit sind Sie offiziell entlassen"

Trainer Carlo Ancelotti blieb nach seiner ersten Niederlage in der Bundesliga zumindest äußerlich gelassen. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

"Wir hatten in der Anfangsphase Probleme, waren etwas zu offen und haben beim Gegentor nicht gut verteidigt. Danach haben wir bis zum Ende gut gespielt. Wir haben das Spiel gut kontrolliert und wir hatten Chancen", sagte Ancelotti.

Doch so richtig glücklich dürfte der Italiener derzeit kaum sein. Im Vergleich zu seinem Vorgänger Pep Guardiola sind die Bayern in dieser Saison alles andere als souverän.

Als Ancelotti die Pressekonferenz vorzeitig verlassen musste, um den Flieger zurück nach München zu erreichen, wurde er von Dortmunds Pressesprecher Sascha Fligge mit den Worten verabschiedet: "Hiermit sind Sie offiziell entlassen."

So schlimm steht es für Ancelotti in München aber dann doch nicht.

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