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Dietmar Beiersdorfer steht in der Kritik - Felix Magath womöglich bereit © Grafik SPORT1 Paul Hänel

Hamburg - Das Derby gegen Bremen wird zum Schicksalsspiel, angeblich steht Magath schon als Retter bereit. Aufsichtsratsboss Gernandt stellt vermessene Forderungen.

Ist das Chaos jetzt noch größer, oder bewegt sich der Hamburger SV scheibchenweise aus seiner Dauerkrise?

Der für den Winter angekündigte Rückzug von Marketingchef Joachim Hilke verstärkt das Bild von ersten Auflösungserscheinungen in Hamburg. Aber tatsächlich könnte das auch als ein Anzeichen der Besserung gewertet werden. War doch Hilke seit 2011 im Amt und hat den Niedergang des HSV mit zu verantworten.

Nach dem sofortigen Rücktritt von Mediendirektor Jörn Wolf wird Hilke der zweite prominente Abgang und längst ist es mehr als ein Gerücht, dass sich im Hintergrund eine Schattenführung positioniert. Selbst die Klub-Seite "hsv.de" schreibt von "vielen politischen Bewegungen rund um den Klub".

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Treffen mit Magath

Nach SPORT1-Informationen hat sich Aufsichtsratschef Karl Gernandt mit Felix Magath zum Austausch getroffen. Das Nordderby gegen Werder Bremen soll demnach zum Schicksalsspiel für die aktuelle Führung werden. Geht auch das Spiel gegen den ewigen Rivalen in die Hose, würde über einen kompletten Kahlschlag nachgedacht werden.

Dietmar Beiersdorfer hat am Sonntag vor dem Spiel bei 1899 Hoffenheim ein geradezu flammendes Plädoyer gehalten: Für seine eigene Arbeit. Deren "Bewertung ist in Teilen völlig unangemessen", sagte Beiersdorfer da und ergänzte: "Wir haben den Klub in den letzten zweieinhalb Jahren von ganz unten entwickelt und ihn mindestens zwei Mal vor dem Konkurs bewahrt."

Gisdol bittet ins Trainingslager

Immerhin wies er noch auf die "sehr, sehr schlechte Lage" der Mannschaft hin, die auch nach dem Spiel sieglos und mit nur drei Punkten nach elf Spielen dem Abstieg entgegensteuert. In der Vorbereitung auf die ungeheuer wichtige Partie am Samstag gegen Werder bezieht Trainer Markus Gisdol sogar ein Kurztrainingslager in der Sportschule Barsinghausen nähe Hannover.

"Ich will die Mannschaft ganz eng beieinander haben, und dass wir viele Stunden miteinander verbringen. Wenn man mal an einem anderen Ort beisammen ist, erzeugt das oft nochmal eine andere Stimmung", verspricht sich Gisdol einen positiven Effekt.

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Zwölf Punkte bis zur Winterpause?

Der wird auch nötig sein, denn offenbar fordert Aufsichtsratsboss Gernandt bis zur Winterpause zwölf Punkte ein, um den Anschluss an Platz 15 nicht schon komplett zu verlieren. Andernfalls müssten parallel zum Tagesbetrieb die Planungen für die zweite Liga gestartet werden.

Wie diese zwölf Punkte in fünf Spielen bis Weihnachten angesichts der bisher überwiegend schwachen Vorstellungen eingefahren werden sollen, können sich aber auch die kühnsten Optimisten derzeit nicht vorstellen.

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