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SC Freiburg v Hamburger SV - Bundesliga
Dietmar Beiersdorfer kehrte im Sommer 2014 zum HSV zurück © Getty Images

München - Von seinem Spitznamen als "Dukaten-Didi" ist nicht viel übrig geblieben. Dietmar Beiersdorfer bleibt zwar beim HSV im Amt, ist aber schwer angezählt.

In der Bundesliga abgeschlagen, zahlreiche Negativrekorde aufgestellt und kaum Hoffnung auf Besserung: Den Schaden hat der Hamburger SV in diesen Tagen zur Genüge, der Spott kam von alleine.

Die Bundesligagemeinde macht sich über den Dino nur noch lustig, die eigenen Fans nehmen es mit Galgenhumor - und neulich twitterte sogar die Polizei im Emsland, dass ein 19-Jähriger nach einem Drogendelikt nun mehr punktgleich mit dem HSV sei.

Zwei Aufsichtsräte gegen Beiersdorfer

Der Hamburger SV gibt in diesen Tagen aber nicht nur auf dem Platz eine schlechte Figur ab - auch auf Funktionärsebene herrschen Kleinkriege an allen Fronten. Im Zentrum des Machtkampfes steht Dietmar Beiersdorfer, seines Zeichens Geschäftsführer und Sportdirektor in Personalunion.

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Der 52-Jährige stand offenbar kurz vor der Demission, nun scheint er die Geschäfte aber fortführen zu dürfen. Laut Hamburger Morgenpost trafen sich am Montagabend einige Aufsichtsräte zum Essen, um über die Zukunft des umstrittenen Funktionärs zu beraten.

Nach Informationen des Blattes wären mindestens zwei der insgesamt sechs Räte bereit gewesen, Beiersdorfer abzusägen. Am Ende des Abends stand indes fest: Beiersdorfer bleibt im Amt - er muss jetzt aber schnell liefern.

Mit Aufsichtsratschef Karl Gernandt hat der Franke immer noch einen wichtigen Fürsprecher auf seiner Seite, doch auch diese Front scheint zu bröckeln.

"Dukaten-Didi" war einmal

Bei der Suche nach einem Sportdirektor geriet Beiersdorfer laut Sport Bild gar zwischen die Fronten. Während Gernandts Favorit Horst Heldt hieß, wollte HSV-Präsident Jens Meier seinen Wunschkandidaten Nico-Jan Hoogma durchbringen. Beiersdorfer sagte beiden ab - und verhandelt nun mit seinem eigenen Favoriten Christian Hochstätter.

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Es dürfte die letzte Patrone des einst als "Dukaten-Didi" gefeierten Beiersdorfer sein, der spätestens jetzt auch im Verein angezählt ist.

Vorbei die Zeiten, als er in seiner ersten Zeit als HSV-Sportchef Spieler wie Rafael van der Vaart, Nigel de Jong, Marcell Jansen oder Ivica Olic erwarb und sie mit hohem Gewinn weiter transferierte.

Auch seine Stationen bei Red Bull Salzburg, RB Leipzig und Zenit St. Petersburg konnten Beiersdorfers Ruf als Millionen-Scheffler nicht kompromittieren.

Die mit großem Brimborium gefeierte Rückkehr im Juni 2014 weckte Hoffnungen auf eine bessere Zukunft - Hoffnungen jedoch, die Beiersdorfer in den knapp zweieinhalb Jahren noch nicht erfüllen konnte.

Steigt Kühne aus?

Spätestens als Beiersdorfer keinen Nachfolger für den geschassten Sportdirektor Peter Knäbel installierte und sich dessen Rucksack auch noch selbst aufbürdete, wuchs die Überforderung - und gleichzeitig die öffentliche Kritik an seiner Person.

Die von Investor Klaus-Michael Kühne in den Kader gepumpten Millionen wurden mit Filip Kostic, Douglas Santos oder Alen Halilovic fehlinvestiert, da genügt schon ein Blick auf die Tabelle. 

Dieser Kühne, so schreibt die Sport Bild, könnte nach einer weiteren Katastrophen-Saison die Konsequenzen ziehen. Nachdem unlängst Volker Struth als Berater des Logistik-Unternehmers ausstieg, könnte auch Kühne den Geldhahn zudrehen. 

Was ein solcher Ausstieg für Beiersdorfer bedeuten würde, bleibt abzuwarten. Wichtiger für den ehemaligen Liebling der HSV-Gemeinde ist ohnehin, den trudelnden Dino kurzfristig vor dem Absturz zu bewahren. Die letzte Patrone muss sitzen.

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