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Hans-Joachim Watzke hält nicht viel von Investoren im Fußball © Getty Images

Dortmunds Geschäftsführer stichelt gegen RB Leipzig und sieht viele Probleme beim Einstieg eines Investors. Leipzig-Coach Hasenhüttl kann die Kritik nicht nachvollziehen.

Hans-Joachim Watzke sieht den Erfolg von Aufsteiger RB Leipzig sehr kritisch.

"Bei Rasenballsport, wie sie ja tatsächlich heißen, haben wir das erste Mal - auch im Gegenteil zu Hoffenheim oder Wolfsburg - den Fall, dass da nichts, aber auch gar nichts historisch gewachsen ist. Da wird Fußball gespielt, um eine Getränkedose zu performen", stichelte Dortmunds Geschäftsführer in der Sport Bild.

Die Kritik von Watzke stieß bei Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl auf Unverständnis:

"Ich verschenke keinen einzigen Gedanken daran, dass es uns nur deshalb gibt, um eine Dose zu performen. Das wäre schade", sagte Hasenhüttl am Mittwoch:

"Ich sehe stattdessen die Euphorie und die Freude, die wir in der Stadt verbreiten. Das ist für mich der allerwichtigste Antrieb. Man sollte uns schon die Chance geben, die Menschen auf unsere Art und Weise glücklich zu machen."

Auch bei der Diskussion um eine mögliche Abschaffung der 50+1-Regel hat Watzke eine klare Meinung. Sie nütze in Deutschland deutlich mehr, als sie schadet. "Die allermeisten Investoren wollen Geld verdienen. Und wo holen sie sich es? Beim Zuschauer!"

In Dortmund würde dies mit einer Reduzierung der Stehplätze einhergehen.

"Ein Investor würde in Dortmund sicherlich schnell dafür sorgen, dass aus 28.000 Stehplätzen 15.000 Sitzplätze gemacht werden, die mehrere Millionen mehr pro Jahr an Einnahmen bringen. Ich möchte (...) keine englischen Verhältnisse, in denen die Fans gemolken werden."

Die in Deutschland ausgelebte Beziehung zu Mannschaft und Verein würde laut Watzke durch Investoren "fast ausnahmslos gekappt."

Leipzig liegt nach zehn Spieltagen ungeschlagen auf Platz zwei und feierte beim 1:0 gegen Dortmund den ersten Sieg in ihrer Bundesliga-Geschichte.

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