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Jens Todt startete seine Karriere als Sportdirektor 2011 beim VfL Bochum

Hamburg und München - Der Hamburger SV sucht einen neuen Sportdirektor. Jens Todt äußert sich zu Gerüchten und Bochum fordert für Sportchef Hochstätter eine deutlich höhere Ablöse als angenommen.

Nachdem der Deal mit Christian Hochstätter als neuer Sportdirektor zum Hamburger SV arg auf der Kippe steht, rückte am Donnerstag auch der Name Jens Todt in den Fokus.

Doch der 46 Jahre alte Sportchef von Zweitligist Karlsruher SC hat Gerüchte dementiert, wonach er mit den Hamburgern verhandeln soll.

"Es gab weder ein Treffen noch ein Vertragsgespräch mit dem HSV", sagte der 46-Jährige zu SPORT1 und stellte klar: "Ich will meinen Vertrag beim KSC erfüllen."

Todt kam zur Saison 2013/2014 nach Karlsruhe und hat bei den Badenern noch einen Vertrag bis 2017.

Er wurde 1996 mit der deutschen Nationalmannschaft Europameister und begann seine Management-Karriere 2011 beim VfL Bochum.

Verpflichtung von Hochstätter droht zu platzen

Die Suche der Verantwortlichen in Hamburg nach einem neuen starken Mann im sportlichen Bereich bei den Rothosen geht also weiter.

Die angestrebte Verpflichtung von Hochstätter als Sportdirektor des HSV droht nach SPORT1-Informationen zu scheitern.

Der Grund: Hochstätters Klub, Zweitligist VfL Bochum, fordert als Ablöse für den 53-Jährigen drei Millionen Euro statt der bislang vermuteten 1,6 Millionen Euro.

Hamburgs Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer bestätigte der Bild den laufenden Ablösepoker mit Bochum und unterstrich weiteren Verhandlungsbedarf: "An eine Größenordnung, die Bochum sich vorstellt, ist nicht zu denken."

Bochum fordert drei Millionen Ablöse

Damit steht der Deal arg auf der Kippe. Zwar liegt die Schmerzgrenze der Hamburger bei eben jenen drei Millionen, Bochum will Hochstätter aber halten und geht davon aus, dass der HSV die Ablöse nicht zahlen wird.

Hochstätters Vertrag bei den Westfalen läuft noch bis 2020. In den mit Bochums Einverständnis geführten Verhandlungen mit Bundesliga-Schlusslicht Hamburg hat sich der Ex-Profi mit den Hanseaten laut Bild auch schon auf eine Zusammenarbeit bis 2019 geeinigt. 

Als letzte offene Frage gilt seit vergangenen Dienstag lediglich noch die Ablösesumme für Hochstätter, der beim HSV Nachfolger des im Mai entlassenen Peter Knäbel werden soll.

Kein Wunschkandidat

Er ist allerdings nicht der Wunschkandidat der Hamburger. Vorher wollten die Verantwortlichen zuerst der früheren HSV-Profi Nico-Jan Hoogma und dann Horst Heldt. Beide sagten ab.

Hoogma beklagte nach zwei Treffen mit Beiersdorfer und Aufsichtsratschef Karl Gernandt fehlendes Vertrauen und auch Heldt wollte sich den Job nicht antun. Sollte der Deal mit Hochstätter also auch platzen, hätten sie in Hamburg ein echtes Problem.

Hoogma beklagte in erster Linie den Verlauf der Gespräche. "Da war kein Vertrauen da und ich habe mich zurückgezogen", sagt der 48-Jährige bei SPORT1, "man hätte mir doch ganz ehrlich sagen können: 'Nico, du bist nicht unser Mann.'"

Der frühere HSV-Sportchef Peter Knäbel betonte unterdessen die Dringlichkeit der Personalie. "Für den HSV ist jetzt entscheidend, dass er die Baustelle schließt", sagte der 50-Jährige dem Hamburger Abendblatt.

Gerade in der sportlichen Krise brauche Trainer Markus Gisdol einen starken Ansprechpartner an seiner Seite. "Der Sportchef ist dafür verantwortlich, den Trainer in Topform zu bringen und zu halten", sagte Knäbel:

"Er muss dem Trainer den Rücken stärken, ihm zuhören können und mit ihm gemeinsame Entscheidungen treffen."

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