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Für Ivo Hrstic, Director Doigital von SPORT1, hat Trainer Ralph Hasenhüttl mit seinem Team Anerkennung verdient © SPORT1 / Paul Haenel

Auch wenn sich den Traditionalisten die Nackenhaare aufstellen: RB Leipzig hat sich bislang große Anerkennung erspielt. Ivo Hrstic, Director Digital von SPORT1, sieht aber kein neues Leicester.

Tabellenführer und Rekordjäger - RB Leipzig mischt die Liga auf. Egal wie man zum "Projekt" von Red-Bull-Gründer und Milliardär Dietrich Mateschitz nun stehen mag, für die sportliche Leistung jedenfalls ist Respekt und Anerkennung angesagt.

27 Punkte nach elf Bundesligaspieltagen bedeuten die beste Aufsteiger-Bilanz aller Zeiten. Besonders beeindruckend dabei sind Tempo und Athletik dieser selbstbewussten Leipziger Mannschaft. RB stellt die laufstärkste und jüngste Bundesliga-Mannschaft.

Willi Orbans Siegtor in Leverkusen war bereits Leipzigs siebter Treffer in der Schlussviertelstunde. Das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl glaubt an sich und seine Fähigkeiten.

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Aber wie gehen jetzt Spieler und Trainer mit sportlichen Rückschlägen um? Verkraftet der Kader auch verletzte Leistungsträger? Und wie cool reagieren die Verantwortlichen auf zukünftige Störfeuer aus München und Dortmund?

Ich jedenfalls glaube nicht an ein Leipziger Meister-Märchen. Dafür lebt das Team noch zu sehr von der unbeschwerten Euphorie eines Aufsteigers. Ich sehe auch nicht die Breite im Kader, um über eine ganze Saison auf Augenhöhe mit den Top-Klubs mitzuhalten.

Sportdirektor Ralf Rangnick hat besonderen Anteil am Höhenflug Leipzigs. Seine Idee von modernem Fußball spiegelt sich von einer beeindruckenden Nachwuchsakademie bis hin zur strategischen Ausrichtung des Klubs wider. Er ist der Baumeister von RB Leipzig.

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Natürlich bietet RB abseits des Platzes noch genügend Anlass für Kritik. Neben einer fragwürdigen Mitgliederstruktur sehe ich auch die aggressiven Rekrutierungspraktiken im Kinder- und Jugendfußball kritisch. Diese Debatte muss Leipzig aushalten.

Die fehlende Tradition RB Leipzigs allein rechtfertigt aus meiner Sicht das überzeichnete Feindbild vieler Fans nicht. Die totale Kommerzialisierung des Profifußballs bringt immer neuere Ausprägungen mit sich. Ich sehe keinen Unterschied zwischen Red Bulls "Sonderwerbeform" zu Werksmannschaften, Investoren oder börsennotierten Klubs.

RB Leipzig steht aktuell sicher nicht für Fußball-Romantik, aber für Fußball-Unterhaltung. Dafür gibt es in der Regel immer einen Markt, Tradition hin oder her.

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