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RB-Sportchef Ralf Rangnick würdigt eine unbequeme Entscheidung von Borussia Dortmund
RB-Sportchef Ralf Rangnick würdigt eine unbequeme Entscheidung von Borussia Dortmund © Getty Images

Auch Traditionsklubs können dem Sportdirektor von RB Leipzig imponieren: Ralf Rangnick würdigt Borussia Dortmund für eine unbequeme Kader-Entscheidung.

Ralf Rangnick lobt Borussia Dortmund.

Das ist eine Nachricht, die vielen BVB-Anhängern verdächtig vorkommen wird. Steht der Sportdirektor von RB Leipzig doch für all das, wofür man in Dortmund nicht stehen möchte.

Für das "Performen einer Dose", wie Borussia-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke die Kommerzkritik in unnachahmlicher Weise ausformulierte. Nicht für die höheren Werte, die Tradition, die Romantik.

Irgendwie typisch dann auch, dass Rangnick den BVB für einen sehr unromantischen Entschluss lobt.

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Klopp-Entschluss imponierte Rangnick

"Auch in Traditionsklubs ist effizientes Handeln möglich", sagt Rangnick vor dem Gastspiel bei Bayer Leverkusen im Interview mit der Süddeutschen Zeitung: "Mein Lieblingsbeispiel ist Dortmund."

Warum? "Ein Verein mit mehr als 140 000 Mitgliedern, trotzdem hat die Erfolgsgeschichte von Jürgen Klopp damit begonnen, dass er die Spieler Frei und Petric freigestellt hat - obwohl eine Ted-Umfrage bei den Fans höchstwahrscheinlich ergeben hätte, dass genau diese beiden Spielen bleiben müssen."

Mladen Petric (l.) und Alexander Frei wurden von Jürgen Klopp beim BVB früh verkauft
Mladen Petric (l.) und Alexander Frei wurden von Jürgen Klopp beim BVB früh verkauft © Imago

Rangnick spielt auf die erste Klopp-Saison 2008/09 ein. Vor ihr verkaufte der BVB Mladen Petric an den Hamburger SV, danach den Schweizer Alexander Frei an den FC Basel.

Beide hatten bis dahin den Angriff des BVB geprägt, waren treffsichere Publikumslieblinge, aber wie Rangnick korrekt feststellt: "Sie passten nicht zu Klopps Idee von Fußball."

BVB vs. RB? Nicht zwingend ein Gegensatz

Die steht bei Rangnick bekanntlich über allem - und Rangnick bevorzugt es, wenn ein Verein Strukturen hat, die einem sportlich Verantwortlichen erlauben, sie durchzuziehen.

"Fußballvereine müssen heute wie Wirtschaftsunternehmen geführt werden, mit kurzen Entscheidungswegen", findet Rangnick. Die entscheidende Frage laute: "Wie handhaben die handelnden Personen das operative Geschäft?"

Beim BVB sei das prinzipiell genauso möglich wie bei RB: "Ich finde, es geht dabei gar nicht um einen Gegensatz zwischen Traditionsklubs und Vereinen wie Leipzig."

Ob ein Traditionsfan das gern hört?

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