vergrößernverkleinern
Bayern Muenchen v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga
Javi Martinez' (2.v.r.) Handspiel gegen Kevin Volland verhinderte das mögliche 2:2 für Leverkusen © Getty Images

München - Ein nicht geahndetes Handspiel bringt Leverkusen bei den Bayern um Zählbares. Bayer-Sportdirektor Rudi Völler ist erzürnt, Trainer Roger Schmidt gibt sich nachsichtig.

Nach zwei Pflichtspielniederlagen in Folge ist der FC Bayern beim 2:1 gegen Bayer Leverkusen in die Erfolgsspur zurückgekehrt.

Allerdings profitierte der Rekordmeister dabei von einer Fehlentscheidung von Schiedsrichter Marco Fritz und seinen Assistenten, die in der 83. Minute ein Handspiel von Javi Martinez übersahen. Der Bayern-Verteidiger verhinderte so kurz vor dem leeren Tor einen Treffer von Kevin Volland.

Rudi Völler hadert mit Schiri-Entscheidung

Besonders Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler brachte die Szene in Rage.

"Das ist eine klare Rote Karte für Martinez, ein ganz klarer Elfmeter. Auch wenn wir die letzten nicht reingeschossen haben, aber den Elfmeter hätte ich trotzdem gerne gehabt", haderte Völler nach dem Spiel.

Die Werkself habe nach der jüngsten Schwächephase der Bayern gehofft, "dass wir was mitnehmen können", erklärte Völler: "Aber da müssen natürlich alle mitspielen, da müssen auch die Schiedsrichter und Linienrichter mitspielen."

"Wenn Elfmeter ist, dann ist Elfmeter"

Auf die Frage, warum die namhaften Offensivkräfte Volland und Chicharito erst nach rund einer Stunde ins Spiel gekommen seien, redete sich Völler weiter in Rage.

"Weil wir gehofft haben, dass der Schiedsrichter Elfmeter pfeift, wenn es ein Elfmeter ist. So einfach ist das", polterte Völler und ergänzte: "Fußball ist gar nicht so kompliziert. Manchmal sind es ganz banale, einfache Dinge, die über Sieg und Niederlage entscheiden. Wenn Elfmeter ist, dann ist Elfmeter - und das muss man einfach mal sehen."

Auch in den sozialen Netzwerken sorgte die Szene für Aufregung. Während die Bayern-Fans Martinez' Rettungsaktion mit einem Augenzwinkern kommentierten, fühlten sich andere an Diego Maradona und die "Hand Gottes" erinnert.

Der in erster Linie benachteiligte Volland gestand nach dem Spiel, er habe das Handspiel in der Situation selbst gar nicht wahrgenommen - und deshalb auch nicht protestiert. Im Nachhinein sei es aber "natürlich eine Schlüsselsituation gewesen".

Video

SPORT1 hat weitere Stimmen von Sky, Pressekonferenz und Mixed Zone gesammelt:

Kevin Volland (Bayer Leverkusen): "Wenn man es in der Zeitlupe sieht, braucht man nicht zu diskutieren. Das ist klar Hand. In der Situation merke ich nichts, ich denke aber schon, dass ich ihn noch rüberdrücke. Dann stehe ich wieder auf und der Ball ist irgendwie im Außennetz. Jetzt ist mir klar, warum er nicht rein ist. Das wäre natürlich eine Schlüsselsituation gewesen."

Roger Schmidt (Trainer Bayer Leverkusen): "Aus der Entfernung war es eine unübersichtliche Situation, ich wusste gar nicht, ob der Ball drin war. Das war schwierig zu sehen für den Schiedsrichter. Martinez macht es sehr clever. Klar ist es eine Fehlentscheidung und es wäre schön gewesen, wenn es irgendjemand gesehen hätte."

Manuel Neuer (FC Bayern): "Wir haben es gerade noch mal auf dem Bildschirm angeschaut und ich glaube, da hätten wir uns nicht beschweren können. Aber erst mal muss dann der Elfmeter auch reingehauen werden. Es wäre auf jeden Fall eine Drucksituation für den Schützen gewesen - für mich aber auch."

Dr. Markus Merk (Ex-Bundesligaschiedsrichter und Sky-Experte): "Das Schiedsrichterteam muss man außen vor nehmen, das ist unwahrscheinlich schwierig zu sehen. Aber es ist ein ganz klares absichtliches Handspiel, er will die Zielrichtung des Balles zum Tor verhindern. Er verhindert sogar ein Tor - Elfmeter und auch Rot."

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel