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SV Darmstadt 98 v FC Ingolstadt 04 - Bundesliga
Moritz Hartmann (l.) ließ mit seinem Traumtor "Riesenbrocken vom Herzen" purzeln © Getty Images

Beim FC Ingolstadt ist die Erleichterung nach dem ersten Saisonsieg in Darmstadt riesengroß. Neu-Coach Maik Walpurgis heimst Lob von allen Seiten ein.

Ein letztes Mal blickte Maik Walpurgis nervös auf seine tickende Armbanduhr, dann feierte der Trainer-Newcomer nach dem umjubelten Traumeinstand in der Bundesliga mit seiner Mannschaft.

"Wir sind alle unheimlich froh über diese wichtigen Punkte", sagte der 43-Jährige nach dem hart erkämpften 1:0 (0:0) seines FC Ingolstadt bei Darmstadt 98: "Die Durststrecke war schwierig für alle, umso größer ist die Freude."

Walpurgis lobt Kauczinski

Zehn Spieltage hatten die Schanzer in dieser Saison nämlich vergeblich versucht, drei Punkte einzufahren. Die Ausbeute von zuvor insgesamt mickrigen zwei Zählern hatte Markus Kauczinski den Job auf der Trainerbank gekostet, überraschend war Walpurgis sein Nachfolger geworden - und schon sieben Tage später platzte der Knoten (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)  .

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Auch wenn in Darmstadt noch längst nicht alles sattelfest war und Keeper Martin Hansen in der Schlussphase mehrfach glänzend reagieren musste, um den Sieg festzuhalten, hat Walpurgis dem FCI offenbar auch das im Abstiegskampf so wichtige Quäntchen Glück zurückgebracht. 

"Die Mannschaft hat unter der Woche hervorragend trainiert und alle Vorgaben von mir äußerst konzentriert angenommen", lobte Walpurgis und schob ganz bescheiden nach: "Ich habe eine Mannschaft übernommen, die in einem sehr guten körperlichen Zustand war, die Fußball spielen kann. Ich möchte daher auch meinen Vorgänger nicht vergessen."

Positive Grundstimmung ist zurück

Walpurgis wusste auch nicht so recht zu erklären, "warum ein Trainerwechsel Wirkung zeigt."

Seine Spieler hatten zumindest für den Befreiungsschlag am Samstag allerdings den Grund schnell gefunden. "Er hat viel mit uns gesprochen, den Teamgeist und Neustart beschworen. Er hat die positive Grundstimmung zurückgebracht", sagte Moritz Hartmann, der in der 68. Minute mit einem Traumtor für den Sieg sorgte (Die Tabelle der Bundesliga)  .

Hartmann sprach später von einem "wirklich supergeilen Gefühl, endlich wieder die Freude und Erleichterung erleben zu dürfen", und auch Kapitän Marvin Matip war begeistert. "Uns ist ein Riesenbrocken vom Herzen gefallen", meinte der Innenverteidiger: "Der Trainer wird uns noch besser machen, er war stets positiv und hat uns sehr detailgetreu vorbereitet."

Business as usual war die Partie für Walpurgis, der bislang höchstens in der 3. Liga an der Seitenlinie stand und namhafte Konkurrenten um den Trainerjob ausstach, aber keinesfalls. Und das merkte man ihm auch an.

"Ein geiles Spiel"

Schon vor der nervenaufreibenden Schlussphase war Walpurgis in seiner Coachingzone wie eine Raubkatze im Gehege umhergetigert. Immer wieder suchte er das analytische Gespräch mit seinem erfahrenen Assistenten Michael Henke, gab lautstark Anweisungen und applaudierte bei jeder guten Aktion seiner Schützlinge (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)  .

"Er hat Selbstvertrauen ausgestrahlt und ist unheimlich positiv an die Sache herangegangen", lobte Ingolstadts Geschäftsführer Harald Gärtner. Die zahlreichen Einzelgespräche hätten gefruchtet, "Maik ist schnell in die Köpfe der Spieler gekommen. Das war ein geiles Spiel für uns."

Dank des ersten Saisonerfolgs, dank Walpurgis lebt beim FCI wieder die Hoffnung. Zwar belegt der FCI noch immer einen Abstiegsplatz, aber mit dem neuen Mann auf der Trainerbank scheint die Zukunft plötzlich viel rosiger. "Der Sieg lässt mich positiv nach vorne schauen", sagte Matip.

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