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Willi Lemke ist seit 2003 Mitglied des Aufsichtsrats von Werder Bremen © Getty Images

Das Werder-Urgestein sieht die Entwicklungen im Fußball kritisch und nimmt die Traditionalisten in der Pflicht. Auch die Situation in Bremen bereitet ihm große Sorgen.

Kurz vor seinem Abschied aus dem Aufsichtsrat bei Werder Bremen ist der ehemalige Top-Manager Willi Lemke mit seinen Nachfolgern beim kriselnden Bundesligisten hart ins Gericht gegangen.

"Tatsache ist, dass es sportlich nicht gut läuft. Die Frage ist, warum es bei anderen Klubs, die finanziell nicht besser gestellt sind, sportlich besser läuft als bei uns. Diese Diskussion muss von den Verantwortlichen im Verein ehrlich geführt werden", sagte Lemke dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Lemke, seit 1981 in verschiedenen Positionen für Werder Bremen tätig, macht sich große Sorgen um den Tabellen-16.. "Wir sind in einer kritischen Situation. Ich hoffe von Herzen, dass es den Verantwortlichen gelingt, das Steuer wieder rumzureißen", sagte er: "Dafür ist noch einiges an Arbeit notwendig. Klar ist: Wir müssen besser werden." Bei der Jahreshauptversammlung am kommenden Montag wird Lemke nicht mehr für den Aufsichtsrat kandidieren: "Es geht mir sehr nahe, mich jetzt zu verabschieden."

Lemke, der an der Weser nur Werder-Willi gerufen wird, sieht zudem die großen Entwicklungen im Fußball kritisch. "Wir haben heute Investoren, die einfach einen Verein kaufen und verändern. Wir haben einen Wildwuchs bei den Spielerberatern, der nicht zu akzeptieren ist. Und wenn ich dann noch sehe, dass einige Vereine eine europäische Superliga nach amerikanischem System planen, in der die reichsten Klubs ohne Abstieg spielen... das ist eine Horrorvision für mich", sagte der frühere Bildungssenator von Bremen.

"Ich hoffe, dass sich die Traditionalisten europaweit endlich mal zusammenschließen und diesem Spuk ein Ende bereiten, indem sie sagen: Wir lassen uns nicht erpressen! Spielt ihr doch eure Superliga, wir präsentieren den Menschen lieber ehrlichen Fußball."

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