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Bei der Mitgliederversammlung räumt Werder-Sportchef Frank Baumann ein, dass das Festhalten an Trainer Viktor Skripnik ein Fehler war. Willi Lemke wird emotional verabschiedet.

Werder-Sportchef Frank Baumann gab sich bei der Hauptversammlung von Werder Bremen selbstkritisch: "Das Festhalten an Viktor Skripnik war im Nachhinein ein Fehler", so der Sportchef.

"Dafür übernehme ich die Verantwortung", sagte der Ex-Nationalspieler bei der Mitgliederversammlung am Montagabend.

Unter der sportlichen Leitung des Ukrainers waren die Hanseaten am Ende der vergangenen Saison nur knapp an der Bundesliga-Relegation vorbeigeschrammt. Dennoch erhielt der Coach einen neuen Vertrag, im Oktober wurde er durch den bisherigen U23-Trainer Alexander Nouri ersetzt.

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Lemke frenetisch bejubelt

Ein emotionaler Abschied wurde Willi Lemke am Montag zu Teil: Nach 35 Dienstjahren als Manager und im Aufsichtsrat hat er zumindest offiziell Abschied von Werder Bremen genommen.

Der 70-Jährige war aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagen worden, wurde aber bei der Mitgliederversammlung frenetisch gefeiert.

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Wirtschaftlich erholt

Ungeachtet der sportlichen Probleme bei den Hanseaten konnte Geschäftsführer Klaus Filbry den 362 Mitgliedern erstmals seit vier Jahren wieder eine positive Bilanz präsentieren. In der Spielzeit 2015/16 erwirtschaftete der Traditionsverein einen Überschuss von 2,8 Millionen Euro.

"Wirtschaftlich stehen wir sehr stabil und gesund da. Wir sind an einem Punkt, an dem wir unser Eigenkapital wieder aufbauen. Auch in der laufenden Saison deutet alles auf ein erneutes Plus hin", sagte Filbry. Vier Jahre lang hatten die Norddeutschen Verluste von rund 38 Millionen Euro angehäuft. Das Eigenkapital schrumpfte auf knapp 300.000 Euro.

Lemke, der den Aufsichtsrat von 2005 bis 2014 anführte und schon seit 2010 Werder-Ehrenmitglied ist, erhielt zum Abschied ein Werder-Trikot mit der Rückennummer 17 für 17 Jahre Aufsichtsrat und dem Aufdruck "Danke".

Sichtlich bewegt dankte Lemke für die Sympathiebekundungen. Noch bis zum Jahresende übt der einstige SPD-Politiker das Amt des Sport-Sonderbeauftragten bei der UNO aus.

Zuvor hatte Filbry an die Geschlossenheit beim SV Werder appelliert, der momentan auf Relegationsplatz 16 steht: "Die müssen wir unbedingt bewahren. Wir werden in der Bundesliga immer wieder Zeiten haben, wo die See unruhig ist."

Nachfolger im Aufsichtsrat

Am Montagabend ging es aber nicht nur um das positive Zahlenwerk. Drei vakante Positionen waren nach den Rücktritten von Willi Lemke, Hans Schulz und Dr. Werner Brinke zu besetzen.

An ihre Stelle sollen künftig Kurt Zech, Bremer Bauunternehmer, Andreas Hoetzel sowie Thomas Krohne, Unternehmer und Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes, rücken.

Wie auch der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Marco Bode wurden die drei von den anwesenden stimmberechtigten Mitglieder als Kandidaten gewählt.

Der neu-gewählte Aufsichtsrat wird auf der Hauptversammlung der GmbH formell vom Gesellschafter, dem Sport-Verein „Werder von 1899“ e.V., bestätigt. Diese wird am Jahresende stattfinden.

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