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Mario Götze fehlt dem BVB länger
Mario Götze musste sich zuletzt die Partie seiner Borussia in Bremen komplett von außen anschauen © Getty Images

Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc melden sich in der Debatte um den Weltmeister zu Wort. Zwei Experten sind mit ihnen nicht einer Meinung.

An Mario Götze scheiden sich die Geister: Die einen meinen, von dem Weltmeister müssten deutlich mehr Impulse für das Spiel von Borussia Dortmund ausgehen.

Die anderen sehen ihn nach den wenig glücklichen Jahren in München auf dem Weg zu alter Stärke - selbst, wenn er wie zuletzt beim 2:1 des BVB in Bremen über 90 Minuten nur auf der Bank sitzt

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gehört erwartungsgemäß zur Gruppe der letzteren.

Der BVB-Boss hat dem 24-Jährigen den Rücken gestärkt und die wieder aufgeflammten Diskussionen kritisiert.

Watzke fordert Augenmaß

"Wir haben 16, 17, 18 gute Spieler, da sitzt immer mal jemand draußen. Wir müssen aufpassen, dass wir mit unserem WM-Torschützen nicht überkritisch umgehen. Das hat schon vielen geschadet", sagte Watzke dem kicker.

Sportdirektor Michael Zorc stößt bei der Bild ins gleiche Horn. "Wir dürfen nicht den Fehler machen, einen Staatsakt daraus zu machen, weil Mario Götze einmal auf der Bank gesessen hat."

Tuchel hatte seinen Verzicht auf Götze trotz dünner Personaldecke in der Offensive taktisch begründet:

"Wir hatten zwei Flügelstürmer auf dem Feld. Deshalb hatten wir uns für Pulisic entschieden, weil er auf dieser Position der Spezialist ist."

Dass Götze sich nun hinter dem 18-jährigen US-Amerikaner einreihen muss, hatte die Debatte um ihn erneut angefacht. 

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Schnoor: "Außen verschenkt"

"Mario ist keiner, der im eins gegen eins an der Seite vorbeigeht. Er klappt oft ab nach hinten. In dem System gibt es aktuell keine Position, die perfekt auf das passt, was er spielen kann", hatte Ex-BVB-Verteidiger Christoph Metzelder bei Sky Götzes Reservistenrolle erklärt. 

SPORT1-Experte Stefan Schnoor ist dagegen der Meinung, dass der Nationalspieler für die Außenposition ohnehin nicht in Frage kommt.

"Da ist er für mich komplett verschenkt, weil er einfach nicht diese Schnelligkeit hat", meinte der frühere Profi in der Telekom Spieltaganalyse auf SPORT1.

"Ich sehe ihn zentral hinter den Spitzen, oder auch vorne neben der Spitze. Wenn du so ein System aber nicht spielst, ist es für den Spieler sehr schwierig."

Nach Ansicht von Franz Beckenbauer habe Götze überragende Möglichkeiten, müsse aber lernen, sich durchzubeißen: "Sonst bleibt er ein ewiges Talent."

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"Das ist doch Quatsch"

Watzke kann die Debatte dagegen nicht nachvollziehen. "Das ist genauso wie bei Thomas Müller, wenn er nicht spielt: Dann heißt es gleich 'Passt der noch ins System' - ist doch Quatsch."

Generell sei man mit der Entwicklung des Rückkehrers zufrieden: "Mario hat in der Hinrunde das gezeigt, was man sich erwartet hat - wir haben nichts auszusetzen", erklärte Watzke.

Götze, für den die Westfalen im Sommer 22 Millionen Euro Ablöse an den FC Bayern zahlten, kam in den ersten 17 Partien zehn Mal zum Einsatz und erzielte dabei einen Treffer.

Um seine Kritiker verstummen zu lassen, wird es bessere Werte brauchen. 

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