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Mainz - Verschenkter Sieg in Mainz, neues Feuer in der Götze-Diskussion und stete Gerüchte um das Verhältnis zwischen Tuchel und den Bossen: Der BVB kommt nicht zur Ruhe.

Selbst der sonst so besonnene BVB-Kapitän Marcel Schmelzer konnte seinen Frust kaum verbergen.

"Wenn man in so einem Spiel nicht konsequent verteidigen will, dann passiert das eben", sagte Schmelzer nach dem leichtfertig verspielten Sieg von Borussia Dortmund beim 1:1 (1:0) bei Mainz 05: "Wir dachten, dass wir nach dem Trainingslager einen Schritt weiter sind."

Ein Trugschluss: Auf dem Weg in die Champions League haben sich die Dortmunder am Ende einer turbulenten Woche erneut selbst ins Knie geschossen.

Götze als Wasserträger

Die Turbo-Führung durch Marco Reus nach nur 123 Sekunden reichte dem BVB nicht, weil er biedere Mainzer noch einmal von der Angel ließ. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Quasi mit der ersten Chance des FSV traf der gebürtige Gelsenkirchener Danny Latza zum Ausgleich (83.), Pablo de Blasis hätte Sekunden vor Schluss das Spiel beinahe noch komplett auf den Kopf gestellt.

Vor allem wegen seinem späten Treffer war der Mainzer Danny Latza der "Man of the Match" © iM football

"Eigentlich lief der Spieltag für uns. Es ist einfach bitter, wie wir das hier aus der Hand geben", sagte Schmelzer.

Und während der Käpt'n nach Erklärungen suchte, schleppte hinter ihm Mario Götze Trinkflaschen für die durstigen Kollegen in die Kabine. Der Weltmeister-Held musste bis zur 66. Minute auf der Bank brummen, die Rolle als Wasserträger war noch seine wirkungsvollste. Seine erneute Reservistenrolle facht die Diskussion um seine Person weiter an.

Tuchel: "Hatten nicht den Mumm"

BVB-Trainer Thomas Tuchel, um dessen vermeintliche Nicht-Involvierung in den Transfer des schwedischen Supertalents Alexander Isak es unter der Woche einige Unruhe gegeben hatte, war im vierten Spiel gegen seinen alten Arbeitgeber erstmals nicht der Sieger. Eine Randnotiz, nicht aber dies: Dortmund verpasste den Sprung auf Platz drei. (Die Tabelle der Bundesliga)

Der Rückstand auf die zweitplatzierten Leipziger beträgt elf Punkte - und am Samstag geht es daheim gegen die Roten Bullen. (Ergebnisse und Spielplan)

Mit einer überragenden Zweikampfquote von 78 Prozent war Sokratis beim BVB der beste Mann © iM football

Tuchel wirkte bei seiner Spielanalyse sachlich, beinahe unemotional.

"Wir waren zu wenig aktiv. Das ist mein Hauptkritikpunkt. Wir hatten nicht den Mumm, uns festzusetzen. Da war der Ball mehr in der Luft als am Boden“, sagte Tuchel bei Sky: „Auch das Umschaltspiel war nicht gut. In der Summe kann es immer passieren, dass man dann noch ein Gegentor kassiert. Gegen Leipzig wird es nächste Woche noch schwerer."

Tuchel dementiert Differenzen

Vor dem Spiel hatte Tuchel ein angeblich angespanntes Verhältnis zur Führungsspitze dementiert: "Im Zentrum der Unruhe ist es meistens sehr ruhig."

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc wollten sich nicht äußern.

Ein Sieg in Mainz hätte für etwas Ruhe gesorgt, die Gelegenheit hat die Borussia leichtfertig verspielt.

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