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München - SPORT1-Experte Thomas Strunz glaubt an den Champions-League-Traum der Bayern - eher als unter Pep Guardiola. Beim BVB sieht er mehrere Baustellen.

Hallo Fußball-Freunde,

aus Münchner Sicht gerade noch rechtzeitig hat der FC Bayern München seine Schwächeperiode in der Bundesliga beendet und kurz vor der Winterpause die Tabellenführung zurückerobert.

Die Bayern menschelten in der Liga geradezu, das kannte man aus den letzten drei Jahren der "Über-Bayern" unter Pep Guardiola schon gar nicht mehr. Stets marschierte man von Saisonbeginn souverän in Richtung Titel.

Ich glaube allerdings, dass die Mannschaft in diesem, Jahr gegen Ende der Saison stärker sein wird als unter Guardiola, mit dem man dreimal in Folge im Halbfinale der Champions League scheiterte.

Es war richtig, dass Carlo Ancelotti den Spielern wieder mehr Verantwortung gab. Unter Pep Guardiola bekamen sie alles vorgekaut. Sie haben sogar größere Chancen als in den letzten Jahren, die Champions League zu gewinnen. Die Mannschaft wird aus ihren Fehlern der letzten Monate lernen.

Das größte Risiko sehe ich nach wie vor in der Sturmspitze, wo es keinen Backup zu Lewandowski gibt. Alle anderen Positionen sind austauschbar. Thomas Müller traue ich in dieser Saison zwar noch sehr viel zu, aber Lewandowski kann auch er nicht ersetzen.  

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Beim BVB gibt es dagegen noch die eine oder andere Baustelle mehr. Adrian Ramos wird aus China mit viel Geld gelockt, daneben haben die Dortmunder in Pierre-Emerick Aubameyang ebenfalls nur einen Weltklasse-Mittelstürmer in petto.

Das Thema ist aber bei weitem nicht das größte Problem für Thomas Tuchel. Insgesamt fehlt es der Mannschaft an Stabilität. Die Achse Hummels/Gündogan konnte (noch) nicht adäquat ersetzt werden und die Konstanz über die verschiedenen Wettbewerbe fehlt schlichtweg.

Zudem ist die Bundesliga mit Teams wie Hoffenheim oder Frankfurt im oberen Drittel stärker geworden, wenngleich man bedenken muss, dass das Verletzungspech auch eine Rolle gespielt hat. 

Aus wirtschaftliche Sicht ist es für Dortmund nötig, die Champions League zu erreichen. Deshalb stehen die Schwarz-Gelben schon jetzt unter Druck. Die ersten zwei Spiele nach der Pause müssen zwingend gewonnen werden, was keine so einfache Situation für eine so eine junge Mannschaft ist.

Zum Ende noch ein Wort zu Julian Draxler: Wenn vorher Dinge mit Wolfsburg besprochen wurden, und dann hält sich der Verein nicht daran, dann ist klar, dass das zu einer Enttäuschung führt. Er ist noch ein junger Mann.

Julians Äußerungen im Sommer werden nicht aus dem Nichts gekommen sein, sondern aus einem Prozess entsprungen sein. Draxler jetzt die Schuld für das ganze Wechseltheater in die Schuhe zu schieben - das ist totaler Mumpitz!

Bis demnächst
Euer Thomas Strunz

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz ist als Experte im Volkswagen Doppelpass tätig und wechselt sich in dieser Saison bei der sonntäglichen Doppelpass-Kolumne mit Marcel Reif und Armin Veh ab.

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