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SPORT1-Experte Marcel Reif legt in seiner Doppelpass-Kolumne dar, weshalb es Ansprüche und Personalpolitik Thomas Tuchel beim BVB schwer machen.

Hallo Fußball-Freunde,

es knirscht beim BVB - und das nicht nur wegen des verspielten Sieges in Mainz.

Der Transfer des Supertalents Alexander Isak hat den Verdacht erhärtet, dass mindestens kommunikativ Störungen zwischen den Klubbossen und Trainer Thomas Tuchel bestehen. Der hat ja bestätigt, Isak nicht mal gekannt zu haben, als sich die Borussia schon um den Wechsel des Schweden bemühte.

Das ist nur die letzte Episode eines komischen Spiels mit Tuchel.

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Vor der Saison hat die Vereinsführung ihm gesagt: "Es geht höchstens einer, und das wird Mats Hummels sein, den können wir nicht mehr aus München zurückholen."

Doch dann ist ihm Henrikh Mkhitaryan von der Fahne gegangen, den er unbedingt halten wollte. Da hieß es zuvor noch: "Mach dir keinen Kummer, wir halten den." Zuvor ging Ilkay Gündogan weg - das hätte man sich denken können.

Stattdessen kriegst du Mario Götze - ob Tuchel den wirklich haben wollte, würde ich bezweifeln.

Und dazu Mikel Merino, Emre Mor und Ousmane Dembele. Alles wunderbare Spieler, aber die spielen zum Teil auch noch Kinderfußball. Das muss ich feststellen, wenn ich beispielsweise Dembele über 90 Minuten beobachte.

Das sind Jugendspieler, die erst mal zu internationalem Format wachsen müssen, die erst mal von Tuchel an ihre größeren Rollen herangeführt werden wollen.

Doch der kriegt alle zwei, drei Wochen zu hören, dass dabei der dritte Platz und damit die direkte Qualifikation für die Champions League doch freundlicherweise herausspringen müsse.

Das wird ein bisschen kompliziert mit einer Jugendmannschaft, und das dürfte Tuchel seinen Vorgesetzten Watzke und Zorc auch zu verstehen gegeben haben.

Und in dieses Murren hinein holen sie im Winter wieder einen 17-Jährigen. Da müssen die Bosse Tuchel auch mal genau erklären, was sie mit dem in der laufenden Spielzeit vorhaben.

Auf der anderen Seite darf Tuchel getrost nachfragen, wie es trotzdem hinhauen soll mit Platz 3. Doch parallel zur Verpflichtung Isaks gab es wieder den Satz: Jetzt ist aber mal gut gewesen mit der Übergangszeit, ein halbes Jahr muss genügen…

Das muss ein Trainer erst mal schlucken.

Bis demnächst,
Euer Marcel Reif

Marcel Reif ist nach rund 1.500 kommentierten Spielen eine Reporter-Legende. Für seine Arbeit erhielt Reif unter anderem den "Grimme Preis", den "Deutschen Fernsehpreis" und den "Bayerischen Fernsehpreis". Seit dieser Saison begleitet Marcel Reif als Experte den Volkswagen Doppelpass auf SPORT1.

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