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Wehland
H-Blockx-Sänger Henning Wehlands Herz schlägt für Borussia Mönchengladbach © SPORT1-Grafik: Getty Images/Marc Tirl

München - H-Blockx-Sänger Henning Wehland spricht bei SPORT1 über seinen Lieblingsverein und dessen neuen Trainer Dieter Hecking - und outet sich als begeisterter Darts-Fan.

Mit seiner Band H-Blockx feiert Henning Wehland seit 1994 in Deutschland, Österreich und der Schweiz große Erfolge. Seit Anfang 2007 ist er zudem festes Mitglied der Söhne Mannheims.

Nun will Wehland auch solo erfolgreich sein. An diesem Freitag feiert sein Song "Mein Leben ist der Wahnsinn" Videopremiere, am 27. Januar folgt das Album "Der Letzte an der Bar" (Vom 14. bis 24. März als Special Guest bei der Tour von Sarah Connor).

Neben der Musik schlägt das Herz des 45-Jährigen auch für den Fußball, vor allem für Borussia Mönchengladbach.

Im SPORT1-Interview spricht Wehland über seinen Lieblingsverein und dessen neuen Trainer Dieter Hecking - und outet sich als begeisterter Darts-Fan.

SPORT1: Herr Wehland, Sie sind ein großer Darts-Fan. Einige Ihrer neuen Songs wurden zur WM bei SPORT1 gespielt.

Henning Wehland: Ich bin ein Sport-Junkie, liebe wie Miro Klose das Angeln und eben Darts. Ich habe im vergangenen Jahr mit großem Interesse die Darts-WM verfolgt und bin froh, dass es nicht mehr nur ein rein englischer Sport ist. Es gibt Turniere in Belgien, Deutschland, den Niederlanden, Österreich, wo auch die Hochkaräter mit antreten. Darts ist mehr eine Mischung aus Rock 'n' Roll und Sport. Trotzdem wird dieser Sport auch immer mit einer Kneipe verbunden sein und da passt mein Album herrlich dazu.

Henning Wehland (r.) und SPORT1-Redakteur Reinhard Franke © SPORT1

SPORT1: Ihr Herz schlägt für Borussia Mönchengladbach. Wann begann diese Liebe?

Wehland: Seit 42 Jahren bin ich einer der größten Gladbach-Fans. Die wahre Borussia findet man unter www.borussia.de. Ich komme aus dem Rheinland und der 1. FC Köln war in den 70er Jahren eine große Kraft im deutschen Fußball. Ich bin durch meinen älteren Bruder beeinflusst worden, denn Gladbach war so etwas wie heute Leipzig, Dortmund und Leverkusen zusammen gegen die Bayern. Das waren damals unfassbare Schlachten gegen die Münchner, die da geschlagen wurden. Zum erste Mal im Stadion war ich 1977/78. Das war eine legendäre Saison.

SPORT1: Wer waren damals Ihre Helden?

Wehland: Natürlich kommen meine Gladbacher Helden aus dieser Zeit, in der ich mit dem Fußballfieber infiziert wurde. Typen wie Simonsen, Hannes, Matthäus, Kleff spielen zu sehen, war einfach geil. Ohne natürlich Heynckes oder Netzer zu vergessen. Wenn da eine Liebe entsteht, dann bleibt sie ein Leben lang dabei. In der aktuellen Fohlen-Elf sind meine Helden Sommer, Vestergaard und Dahoud.

SPORT1: Und wie fällt Ihr Fazit in der aktuellen Saison bisher aus?

Wehland: Ich finde, dass die Mannschaft großes Potenzial hat. Das hat sie aber bisher noch nicht abrufen können. Der Verein soll erst mal wieder zur Ruhe kommen. Ich fand es schade, dass man Andre Schubert nicht von Anfang an die Rückendeckung gegeben hat, die er verdient gehabt hätte. Nach dem Abgang von Lucien Favre hatte ich nie das Gefühl, dass Schubert das hundertprozentige Vertrauen genoss. Auch die Gerüchte um einen möglichen Wechsel von Max Eberl zum FC Bayern brachten im alten Jahr viel Unruhe in den Verein. Man sollte die Hinrunde aber nicht überbewerten. Auch wenn die Situation nicht angenehm ist, bin ich davon überzeugt, dass Borussia noch den Sprung auf einen einstelligen Tabellenplatz schafft. Mit ein wenig Glück vielleicht auch noch Europa.

SPORT1: Sind Sie zufrieden mit Dieter Hecking als neuem Borussia-Coach?

Wehland: Ja. Er ist ein guter Trainer. Seine Vita liest sich nicht schlecht. Und immerhin hat er schon für Gladbach gespielt. Ich mag seine handfeste, unaufgeregt Art. Er ist ein solider Arbeiter. Aber ich bin nach wie vor ein Schubert-Fan und halte es für falsch, dass er gehen musste. Andererseits hatte ich auch ein bisschen das Gefühl, dass Schubert zum Schluss die Mannschaft nicht mehr erreicht hat.

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SPORT1: Die Fans waren nicht so begeistert, als der Name Hecking feststand, was Max Eberl auf die Palme brachte.

Wehland: Hecking hat mit dem VfL Wolfsburg schon den Pokal gewonnen. Ein zu großer Name wäre auch nicht gut. Borussia ist ein bodenständiger und ehrlicher Verein mit einer großen Tradition. Aber man ist noch lange nicht da angekommen, wo man in den 70er Jahren war. Das darf auch nicht beschönigt werden. Ich glaube, man sollte Hecking eine Chance geben. Von Max Eberl halte ich eine Menge. Jedoch sollte er klare Signale senden, was seinen Verbleib angeht. Bei der Konfrontation mit den Fans zeigt er sich etwas dünnhäutig.

SPORT1: Wie sehen Sie Gladbachs Entwicklung in den vergangenen Jahren?

Wehland: Absolut positiv. In Gladbach hat man damals nach dem Aufstieg die Marschroute ausgegeben, die Liga zu halten. Danach wurden neue Spieler aufgebaut und an dieser Linie festgehalten. Aber muss man aufpassen, dass trotz des vielen Geldes aus der Königsklasse diese Philosophie nicht kaputt gemacht wird. Bei Borussia war es in den schlechten Jahren, als sie dann auch in der 2. Liga spielten, so wie beim Hamburger SV in den vergangenen Jahren. Da fanden viel zu viele Machtkämpfe statt, als dass man sich besser darauf besinnt, worum es eigentlich geht,  wie zum Beispiel bei RB Leipzig.

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SPORT1: Max Eberl hat den Klub dahin gebracht, wo er heute steht. Von ihm kam in der Vergangenheit oft der Spruch 'Wir wissen wo wir herkommen'. Den Fans ist das zu viel Understatement. Wie denken Sie?

Wehland: Ich kann manchen Fan verstehen. Aber Understatement hat noch keinem Menschen geschadet. Wenn du weißt, was du willst und wo du hin willst, dann ist das die beste Waffe, die du einsetzen kannst. Eberl hat in dieser Saison nicht das beste Ansehen und diese Geschichte mit Bayern hat ihm geschadet.

SPORT1: Gab es für Sie eigentlich einen magischen Moment als Gladbach-Fan?

Wehland: Es gab damals auf dem alten Bökelberg ein Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern, Borussia gewann 5:1. Ein Gladbacher Spieler hielt einen FCK-Spieler an der Hose fest und das fand ich unmöglich. Ich habe mich für meinen Verein geschämt und mein Vater und mein Bruder haben nur gelacht. Heute weiß ich, dass so etwas zum guten Ton dazu gehört. Aber auch der Moment, als Lucien Favre kam und die Talfahrt stoppen konnte, ist mit sehr vielen Emotionen verbunden. Die vergangenen Spiele in der Champions League waren auch grandios.

SPORT1: Was ist in dieser Saison noch drin für Ihren Verein?

Wehland: Ich wünsche mir einen einstelligen Tabellenplatz. Es wäre natürlich super, wenn die Europa League noch drin wäre. Der Pokal ist mir egal. Eins ist klar: Im ersten Spiel nach der Winterpause in Darmstadt muss ein Dreier her.

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