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Robert Lewandowski erzielte in der Nachspielzeit den Siegtreffer für den FC Bayern

München - Mit einem Weltklasse-Tor war Bayerns Robert Lewandowski der Last-Minute-Held gegen Freiburg. Nach dem Spiel beschrieb der Pole, wie er den entscheidenden Moment erlebte.

Nach dem Last-Minute-Sieg beim SC Freiburg wussten seine Mitspieler beim FC Bayern ganz genau, bei wem sie sich nach dem über weite Strecken glanzlosen Betriebsausflug ins Breisgau zu bedanken hatten.

"Das Tor war Weltklasse. Er trifft ihn nicht perfekt, aber dann doch perfekt", fasste Sturmkollege Thomas Müller Robert Lewandowskis Geniestreich aus der Nachspielzeit zusammen, der den tapferen Freiburger schlussendlich den Garaus machte.

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Eine Bewegung, wie aus einem Guss

"Mein erster Gedanke war, dass ich den Ball direkt spielen wollte – aber das war nicht so einfach", gab der Pole nach der Partie den Journalisten zu verstehen. Im Netz überschlugen sich derweil schon die Huldigungen an den Last-Minute-Helden.

Nach Flanke von Franck Ribery waren es gleich drei blitzschnelle Aktionen des Doppelpackers hintereinander, die innerhalb von wenigen Millisekunden verdeutlichten, warum der Pole derzeit der wohl kompletteste Stürmer auf dem Planeten ist. Es war eine Bewegung, wie aus einem Guss.

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Auch Gulde kann Lewandowski nicht stoppen

Erst die Ballannahme in der Luft mit der Brust, dann das Zurücklegen der Kugel in der Rückwärtsbewegung mit rechts und schließlich der krönende Abschluss mit links.

"Es war fast die letzte Situation und da muss man alles versuchen. Zum Glück habe ich es geschafft" sagte Lewandowski.

Das alles geschah inmitten des Freiburger Strafraums. Dort, wo Freiburgs Innenverteidiger Manuel Gulde wie eine Klette am Polen hing.

Doch der Innenverteidiger konnte einem in dieser Situation fast schon etwas leid tun. Mit Händen und Füßen versuchte der 25-Jährige noch an das Spielgerät heranzukommen, das der 1,84-Meter große Pole jedoch perfekt abschirmte.

Gulde scheiterte jedoch kläglich. Zu flüssig war die Bewegung Lewandowskis, der mit seinem 135. Bundesligator der Geschmeidigkeit die Krone aufsetzte.

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Lewy findet den Korridor

"Ich wusste, dass die Ecke frei ist. Ich habe den Ball nicht richtig getroffen – aber Tor ist Tor!", beschrieb der polnische Nationalspieler seinen Gedankengang kurz vor dem entscheidenden Moment.

In der Tat versperrten zwei Beinpaare dem Bayernstürmer den Weg zum Gehäuse, lediglich ein kleiner Korridor zum linken Eck bot sich dem Polen an. Dass der Ball dann auch noch ausgerechnet so von Lewandowskis linkem Spann rutschte, dass die Kugel genau an SC-Keeper Alexander Schwolow vorbei den Weg ins Tor fand, mögen manche Beobachter als Zufall oder Glück werten.

Fakt ist aber, dass Weltklasse-Stürmer intuitiv oftmals genau das Richtige tun. In der Bundesliga tat Lewandowski dies bereits 135 Mal und ist damit hinter Claudio Pizarro nun zweitbester ausländischer Torschütze in der Ligageschichte.

Nach der Partie gab der Matchwinner übrigens in einem Nebensatz zu, dass er den Ball während seines Geniestreiches nicht zu jeder Zeit unter seiner Kontrolle wusste.

Was allen Freiburgern schlussendlich aber ein schwacher Trost sein dürfte.

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