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Marbella - Gladbachs Sportchef Max Eberl spricht im SPORT1-Interview über den neuen Trainer Dieter Hecking, die Beziehungen zum FC Chelsea und den Zoff um Alvaro Dominguez.

Für Borussia Mönchengladbach liefen die ersten 16 Bundesliga-Spieltage nicht nach Wunsch. Dem Absturz auf Tabellenplatz 14 folgte die Entlassung von Trainer Andre Schubert.

Sportchef Max Eberl präsentierte schnell einen erfahrenen Nachfolger: den beim VfL Wolfsburg zuvor entlassenen Dieter Hecking.

Wie Sportchef Max Eberl die ersten Arbeitstage des neuen Trainers bewertet, warum er gerne mit dem FC Chelsea verhandelt und welche Ziele Gladbach für 2017 hat, erklärt er im SPORT1-Interview.

SPORT1: Herr Eberl, wie sind Ihre ersten Eindrücke vom neuen Trainer Dieter Hecking?

Max Eberl: Sehr positiv. Er sorgt für das, was wir uns versprochen haben: Ein Stück weit eine neue Ansprache, und auch eine neue Situation im Kader. Jeder hat wieder seine Chance, die er nutzen möchte, um am ersten Spieltag gegen Darmstadt auf dem Platz zu stehen. Dementsprechend haben wir da ein gutes Gefühl.

SPORT1: Was waren die ausschlaggebenden Argumente für Dieter Hecking?

Eberl: Dieter Hecking ist ein Trainer, der das Bundesliga-Geschäft kennt - und auch die Situation einer Mannschaft, die eigentlich größere Erwartungen hat und in einer Tabellenregion steht, die man sich so nicht vorgenommen hat. Und: Er kann mit jungen Spielern arbeiten. Hecking kann aber auch Erfolg, er hat mit Wolfsburg den Vizemeistertitel errungen und den DFB-Pokal geholt. Er ist ein Trainer, der wirklich viele Facetten der Bundesliga kennt.

Katharina Hosser (l.) und Ann-Kathrin Herrmann berichten für SPORT1 aus Marbella © SPORT1-Grafik: Getty Images

SPORT1: Hatten Sie die Befürchtung, seine Motivation könnte unter der kurzen Pause seit seiner Entlassung in Wolfsburg leiden?

Eberl: Das versucht man in den Gesprächen mit dem Trainer auszuloten. Aber ich habe vom ersten Gespräch an das Feuer für diesen Verein gespürt. Er kennt den Klub, er war hier als Spieler für zwei Jahre unter Vertrag, was aus seiner Sicht nicht ganz so erfolgreich verlief. Wir kannten uns ja vorher, sind uns in der Bundesliga immer wieder begegnet und wussten, dass man auch eine gewisse Sympathie füreinander hat. Daher war sehr schnell klar, dass er das Angebot annehmen würde - und wir sind sehr froh darüber.

SPORT1: Hecking hat auf seiner ersten Pressekonferenz in Gladbach gesagt, er könne Erfolg. Was wäre denn noch ein Erfolg für die Borussia in dieser Saison?

Eberl: Wenn wir uns jetzt relativ zügig aus diesen Tabellenregionen verabschieden, wo wir uns nicht so gerne sehen. Wenn wir einen einstelligen Tabellenplatz, was wir vor der Saison als Ziel ausgegeben haben, noch in dieser Saison erreichen könnten, wäre das etwas Großartiges. Wir haben ja auch noch zwei Pokalwettbewerbe, in denen wir so weit wie möglich kommen wollen. Da wollen wir schauen, ob wir die ganze Saison noch versüßen können.

SPORT1: Sie haben immer gesagt, wenn es in der Champions League nicht weiter geht, wollen Sie unbedingt den dritten Platz und in die Europa League. Was zeichnet diesen Wettbewerb aus?

Eberl: Die Wahrnehmung ist leider so, dass man denkt, man steigt aus der Champions League in die Europa League ab. Ich kann mit solchen Redewendungen nichts anfangen, weil ich finde, dass das ein gleichwertiger Pokal ist. Die Europa League hatte in den letzten Jahren unglaublich attraktive Partien und unheimlich gute Gegner, auf die man treffen kann. Die Europa League ist für mich ein großartiger Wettbewerb - und Florenz ist ein attraktiver Gegner, wo wir auch Chancen aufs Weiterkommen haben.

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SPORT1: Was schwebt der Borussia in der noch langen Winter-Transferperiode noch vor?

Eberl: Am liebsten wäre uns, wenn die Verletzten zurückkämen, also Patrick Herrmann, Fabian Johnson und Ibrahima Traore - dann wäre die Transferperiode für uns beendet. Momentan sieht der Genesungsprozess sehr gut aus, sodass wir die Hoffnung haben, dass wir nichts mehr machen müssen.

SPORT1: Es gibt Gerüchte über einen Wechsel von Ruben Loftus-Cheek vom FC Chelsea. Was ist da dran?

Eberl: Das ist prinzipiell ein super interessanter Spieler. Mit Chelsea haben wir seit den Transfers von Andreas Christensen und Thorgan Hazard wirklich eine sehr enge Beziehung, wo wir immer wieder über Spieler sprechen, gerade über junge Spieler, denen Chelsea gerne Spielpraxis geben würde. Aber für uns ist dieser Spieler momentan keiner, der für uns interessant ist.

SPORT1: Ziemlichen Aufruhr gab es zuletzt, als Alvaro Dominguez die Borussia für sein verletzungsbedingtes Karriereende verantwortlich machte. Gab es da inzwischen eine Annäherung?

Eberl: Das ist natürlich einerseits für ihn persönlich, aber auch für den Verein keine schöne Geschichte. Diese Schuldzuweisung lasse ich einfach so stehen. Aus der Emotion heraus sagt man manchmal Dinge, die man später bereut. Wir als Verein werden alles versuchen, ihm zu helfen und ihn bei dem Weg zurück in das "normale Leben" zu unterstützen. Dafür müssen im Hintergrund erst einige Dinge geklärt werden und das machen wir gerade mit Alvaro. Wir hoffen, dass es dann zu einem guten Ende kommt.

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