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1. FC Koeln v SV Darmstadt 98 - Bundesliga
Änis Ben-Hatira spielt mittlerweile in der Türkei © Getty Images

Nach seinem Rauswurf bei Darmstadt 98 rechtfertigt Änis Ben-Hatira seine Unterstützung einer umstrittenen Hilfsorganisation. Darmstadt sei "überfordert gewesen".

Änis Ben-Hatira hat nach der Trennung von Darmstadt 98 harte Kritik an seinem Ex-Verein geübt und dem Tabellenletzten vorgeworfen, sich dem öffentlichen Druck gebeugt zu haben.

"Der Verein hat mir mitgeteilt, dass sie mit dem Druck, der von außen kommt, nicht mehr zurechtkommen und dass sie damit überfordert sind", sagte der 28-Jährige in einem zwölfminütigen Video auf seinen sozialen Kanälen, auf denen auch Ausschnitte von seinen Hilfsprojekten zu sehen sind.

Zusammenarbeit mit umstrittener Hilfsorganisation

"Es hat mich gestört, dass sie in einem öffentlichen Statement gesagt haben, sie empfinden mein Engagement als falsch. Denn mir hat niemand gesagt, dass sie das als falsch empfinden."

Darmstadt 98 hatte im Januar den Vertrag mit dem tunesischen Mittelfeldspieler wegen dessen Engagement für die umstrittene Hilfsorganisation Ansaar International aufgelöst, nachdem auch Teile der Lilien-Fans Ben-Hatira dafür kritisiert haben sollen.

Über den Text der von den Anhängern verteilten Flugblätter "müsse er jetzt immer noch lachen", meinte Ben-Hatira, der sich von Ansaar nicht distanzieren wollte. Der islamische Verein wird vom Verfassungsschutz beobachtet und als "fest mit der deutschen Salafisten-Szene verwoben" eingestuft.

Seine Zusammenarbeit mit der Organisation erklärt der Mittelfeldspieler so: "Es hat mich niemals jemand angeworben. Ich habe mich selbst bei Ansaar gemeldet. Ich bin ein Fußballer, der in der Öffentlichkeit steht. Für mich war es wichtig, dass diese Organisation nichts mit Extremismus zu tun hat."

Keine Distanzierung zu Ansaar möglich

Ansaar helfe auch Menschen, die nicht den muslimischen Glauben haben. Ben-Hatira finanziert mehrere Hilfsprojekte von Ansaar und sei mit der Organisation deshalb emotional fest verbunden.

Der Klub habe "eine Sache verlangt, die ich moralisch und prinzipiell nicht eingehen wollte und eingehen konnte. Nämlich, dass ich mich von der Hilfsorganisation und meinen Projekten distanziere".

Das Wohlergehen der Kinder in Afrika sei ihm "wichtiger als Menschen, die meine guten Taten verleugnen und auch wichtiger, als gut in den Medien dazustehen."

Ende Januar wechselte der Nationalspieler in die Türkei zu Gaziantepspor.

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