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1. FC Koeln v Eintracht Frankfurt - Bundesliga
Gefühlswelten prallen aufeinander, Die Kölner jubeln, die Eintracht schiebt Frust © Getty Images

Köln - Dem 1. FC Köln gelingt vor den Augen von Angela Merkel ein wichtiger Sieg im Kampf um die internationalen Plätze. Die Torflaute von Eintracht Frankfurt hält an.

Der 1. FC Köln darf dank Milos Jojic weiter von der Rückkehr aufs internationale Parkett träumen.

Der Serbe führte den FC am 27. Spieltag der Bundesliga mit seinem Treffer (53.) zum 1:0 (0:0) gegen den direkten Konkurrenten Eintracht Frankfurt, damit kletterten die Kölner zumindest vorläufig auf den fünften Rang. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Die Highlights der Partie in Bundesliga - Der Spieltag am Donnerstag ab 19 Uhr im TV auf SPORT1

Hertha BSC kann im Laufe des Spieltages wieder vorbeiziehen. Frankfurt, das nun seit 439 Bundesliga-Minuten ohne Torerfolg ist und seit 1994 nicht in Köln gewonnen hat, bleibt mit drei Punkten Rückstand auf den FC Siebter. (Die Tabelle der Bundesliga)

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Kölner bleiben zurückhaltend

Kapitän Matthias Lehmann gab sich angesprochen auf das internationale Geschäft betont vorsichtig. "Die Europa League ist mit Sicherheit in Sichtweite für uns, aber wir schauen nur von Spiel zu Spiel", sagte Lehmann zu Sky, "jedes Mal, wenn wir das Wort in den Mund nehmen, kriegen wir auf den Deckel und verlieren, deshalb wird das von uns keiner mehr machen."

Torwart Timo Horn schlug in dieselbe Kerbe: "Ich werde den Teufel tun und das Thema weiter befeuern", meinte Horn lachend, " es tut uns gut, gegen einen direkten Konkurrenten zu gewinnen, so kann es gerne weitergehen."

Jojic nutzt erste Chance zur Führung

Der Erfolg der Kölner war aufgrund der deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang durchaus verdient. Jojic nutzte gleich die erste wirkliche Chance nach der Pause zur Führung. (Spielplan und Ergebnisse)

Milos Jojic wird immer wichtiger für den 1. FC Köln © Getty Images/iMFootball

Der 25-Jährige, der im System von Trainer Peter Stöger seit Wochen immer wichtiger wird, kam am Strafraum frei an den Ball und ließ Eintracht-Keeper Lukas Hradecky mit einem platzierten Flachschuss keine Chance.

Stöger lobte den Serben nach dem Spiel ausdrücklich: "Wir freuen uns, dass Jojic zeigen kann, dass er Qualität hat. Er belohnt sich und die Mannschaft gönnt es ihm."

Merkel sieht spannendes Spiel

49.300 Zuschauer, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ein Flüchtlingsprojekt der Sozialstiftung des FC besucht hatte, sahen eine spannende Begegnung. Zwar gelang den beiden Europa-League-Anwärtern längst nicht alles, dafür ging es in den Zweikämpfen umso intensiver zur Sache.

Angela Merkel sah ein spannendes Spiel in der Kölner Rhein-Energie-Arena © Getty Images

Anfangs mit deutlichen Vorteilen für die Eintracht: Ante Rebic köpfte an die Latte des Kölner Tores (26.) und schoss direkt danach wieder flach aufs Tor - doch FC-Keeper Horn parierte den Schuss herausragend.

Beiden Teams war die enorme Bedeutung der Partie anzumerken, aber Frankfurt wirkte zunächst bissiger und präsenter in den Zweikämpfen und drängte gerade in der Schlussphase der ersten Halbzeit aufs 1:0. Es fiel aber nicht, auch weil die Kölner Abwehr, in der Lukas Klünter ein solides Startelf-Debüt feierte, im letzten Moment doch immer wieder dazwischen war.

Köln wird nach der Pause mutiger

Besser machte es dann der FC, der erst in der zweiten Halbzeit mutiger wurde. Allen voran der in den vergangenen Wochen verletzte Leonardo Bittencourt sorgte nach seiner Einwechslung für viel Schwung. Beim Führungstreffer profitierte der FC aber von einer zu kurzen Abwehr der Eintracht. Jojic nutzte den Fehler eiskalt aus.

Frankfurt war jedoch nur kurz geschockt und drängte die Kölner umgehend wieder zurück. Für echte Torgefahr sorgte die Eintracht dabei zunächst nicht, und auch der FC spielte seine zahlreichen Kontermöglichkeiten nicht konsequent aus.

Frankfurter Torflaute hält an

Die Torflaute der Hessen hält damit weiter an. In den letzten acht Spielen erzielte die Mannschaft von Trainer Niko Kovac lediglich einen (!) Treffer und blieb in allen Partien sieglos.

Bastian Oczipka war dennoch um Optimismus bemüht. "Wir müssen dranbleiben und das Tor erzwingen. Wir waren wie in den letzten Spielen nah dran und ich hoffe, wenn wir das Ding machen, dass uns das noch mal einen extremen Auftrieb gibt."

Auch Kovac bemängelte die schlechte Chancenverwertung, richtete den Blick aber sofort wieder nach vorne: "Es ist kein angenehmes Gefühl wenn man sich spielerisch sehen lassen kann, aber seine Chancen nicht nutzt. Ich bleibe dennoch optimistisch und positiv. Jetzt gilt es den Kopf für Freitag frei zu bekommen."

Fans boykottieren erste Halbzeit

Außer Angela Merkel machten auch die Kölner Fans neben dem Platz auf sich aufmerksam. Die Anhänger des Tabellenfünften reagierten mit einem Stimmungsboykott auf Auseinandersetzungen mit der Polizei im Vorfeld der Partie.

Nach der Pause unterstützten alle Fangruppen der Kölner die eigene Mannschaft wieder lautstark.

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