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Leipzig - RB Leipzig fährt im Kampf um die Champions League drei wichtige Punkte ein. Yussuf Poulsen trifft gegen Bayer Leverkusen in der Nachspielzeit - dabei hätte er fast nicht gespielt.

RB Leipzig ist der Champions League einen Schritt näher gekommen. Der Rekord-Aufsteiger gewann sein Bundesliga-Heimspiel gegen Bayer Leverkusen durch einen Last-Minute-Treffer von Yussuf Poulsen in der vierten Minute der Nachspielzeit 1:0 (0:0) und bleibt dank des dritten Sieges in Serie klar auf Kurs Königsklasse.

Dabei hätte Poulsen um ein Haar überhaupt nicht gegen Leverkusen auf dem Platz gestanden.

"Es war fast schon so, dass ich ihn nicht in den Kader genommen hätte", verriet Trainer Ralph Hasenhüttl auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. "Ich habe ihn dann doch in den Kader genommen - und gut war’s", ergänzte der Coach.

"Wir hatten unter Woche eine Trainingseinheit, wo er fünf Mal aus kurzer Distanz den Pfosten getroffen hatte und ich ihm gesagt habe: Yussuf, du musst das Ding ins Tor schießen und nicht an den Pfosten. Heute hat auch nicht viel gefehlt und das Ding wäre rausgesprungen. Er hat es einfach verdient und es freut mich riesig für ihn."

Sechs Minuten vor Poulsens Siegtor hatte RB-Abwehrchef Willi Orban die Gelb-Rote Karte gesehen. (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

"Wir wären mit einem Punkt zufrieden gewesen. Aber wie die Mannschaft in Unterzahl noch den Willen zum Sieg aufgebracht hat, war beeindruckend", freute sich Hasenhüttl: "Jetzt haben wir eine Top-Ausgangsposition für die nächsten Spiele." Und für das Erreichen der Champions League.

"Wir sind uns dieser Chance bewusst und wissen aber auch, was es dazu braucht. Es wird bis zum Schluss sehr eng bleiben. Das ist das Schöne und wir können uns im Sommer hoffentlich über etwas ganz Großartiges freuen", ergänzte der Österreicher.

Vor 42.558 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena, darunter auch Bundestrainer Joachim Löw, bestimmte RB über weite Strecken das Spiel, vor dem Tor waren Timo Werner und Co. aber zunächst nicht zwingend genug.

Forsberg gedenkt Opfer in Stockholm

Der schwedische Nationalspieler Emil Forsberg spielte in Gedenken an die Opfer des Anschlags in der Stockholmer Innenstadt am Freitag mit Trauerflor.

Angetrieben vom sehr agilen Forsberg bestimmten die Hausherren zu Beginn klar die Partie. Marcel Sabitzer (3. und 10.) und Nationalspieler Werner (9.) vergaben jedoch gute Chancen zur Führung. Bayer-Torhüter Bernd Leno bewahrte sein Team vor einem frühen Rückstand.

Daten zu Leipzig gegen Leverkusen
Leipzig und Leverkusen lieferten sich ein äußerst ausgeglichenes Spiel © SPORT1/iM Football

Danach verlor RB etwas an Schwung, ohne dass Leverkusen daraus zunächst Kapital schlagen konnte. Die Werkself blieb lange Zeit harmlos und beschränkte sich auf die Defensive. Das hätte Leipzigs Spielmacher Forsberg bei seinem Schlenzer von der Strafraumgrenze (28.) beinahe bestraft. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Ilsanker mit Handspiel im Strafraum

Erst gegen Ende der ersten Halbzeit wagten sich die Gäste mehr nach vorne. Etwas Pech hatten sie, dass Schiedsrichter Robert Kampka (Mainz) nicht auf den Elfmeterpunkt zeigte, nachdem RB-Verteidiger Stefan Ilsanker der Ball an den angelegten Arm geprallt war.

Zur zweiten Halbzeit brachte Bayer-Trainer Tayfun Korkut für Karim Bellarabi in Leon Bailey einen neuen Flügelspieler. Der Jamaikaner hatte sich unter der Woche auf seinen sozialen Netzwerkseiten mit einem Boxer angelegt und dafür einen Rüffel von Bayer-Sportchef Rudi Völler bekommen. (Tabelle der Bundesliga)

Werner scheitert - Leno stark

Die Leipziger taten sich ungewohnt schwer damit, Chancen herauszuspielen. Leverkusen stand mit zwei Viererketten tief, das unter Korkut-Vorgänger Roger Schmidt praktizierte Offensiv-Pressing fand so gut wie gar nicht statt. 

In der 68. Minute stand Bayer aber doch mal zu hoch und verlor den Ball, RB-Torjäger Werner konnte das aber trotz seiner Schnelligkeit nicht ausnutzen. Poulsen machte es dann kurz vor Schluss besser.

"Als eigentlich alle mit einem 0:0 rechnen, bekommen wir das Gegentor. Das ist ärgerlich. Aber die Niederlage wird uns nicht aus der Bahn werfen", blickte Korkut positiv nach vorne.

Neben Torhüter Leno wusste bei Leverkusen vor allem Innenverteidiger Ömer Toprak zu überzeugen. Leipzig hatte in Forsberg und Orban trotz dessen Platzverweises seine besten Akteure.

Alle Highlights des Spieltags am Sonntag um 9.15 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1

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