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SC Freiburg v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga
Martin Schmidt muss um seinen Job bangen. Seit Februar 2015 ist er Cheftrainer in Mainz. © Getty Images

Freiburg - Nach der unglücklichen Niederlage beim SC Freiburg steht Mainz-Trainer Martin Schmidt vor dem Aus. Nach SPORT1-Informationen könnte er von einer internen Lösung beerbt werden.

Am Sonntag leitete Martin Schmidt das Training von Mainz 05. "Ganz normal", so hatte es FSV-Sportchef Rouven Schröder bereits am Samstagabend bei SPORT1 angekündigt. Dass Schmidt allerdings noch eine Zukunft bei den Rheinhessen hat, ist derzeit mehr als fraglich.

Denn nach SPORT1-Informationen hat Schröder bereits beim Mainzer U23-Coach Sandro Schwarz nachgefragt, ob er bereit sei, die erste Mannschaft zu übernehmen.

Schröder sammelt die Gedanken

Die unglückliche 0:1-Niederlage beim SC Freiburg war wohl der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. "Wir haben keinen Punkt geholt", hatte Schröder am Samstagabend gemeint. "Das bringt uns an einen Punkt, an dem man die Gedanken sammeln muss."

Schmidt selbst sieht sich bei den 05ern trotz wachsender Abstiegsgefahr noch nicht am Ende. "Natürlich steht der Gesamtverein im Vordergrund - und nicht meine Person", sagte der schwer angeschlagene Trainer. "Aber wenn die Verantwortlichen bei der Analyse alles auf den Tisch legen, gibt es nicht viele Argumente dafür, dass ich der komplett falsche Mann bin."

Ob das Schröder auch so sieht, ist die spannende Frage des Sonntags. Am Samstag hielt er sich diesbezüglich vielsagend bedeckt: "Der Druck für den Verein wird immer größer. Wir müssen erst mal runterfahren, das Spiel und die vergangenen Wochen analysieren." 

Schmidt will nicht aufgeben

"Fünf Niederlagen hintereinander sind schon ein Brett", räumte selbst Schmidt ein: "Aber natürlich bleibe ich Trainer des FSV. Ich habe Vertrag bis 2018. Ich habe die Vier-Wochen-Planung schon gemacht."

Damit dürfte sich Schmidt zu viel Arbeit gemacht haben. Schließlich besiegelte der Freiburger Joker Nils Petersen mit seinem Tor (70.) vor 24.000 Zuschauern nicht nur die erneute Niederlage der Mainzer.

Die mageren 29 Punkte auf dem Konto bedeuten gleichzeitig die schlechteste FSV-Bilanz nach 28 Spieltagen seit elf Jahren.

"Das Team lebt"

Dennoch beharrte Schmidt darauf, dass "das Team lebt": "Aber momentan können wir die Geschichte einfach nicht drehen."

Vor elf Jahren schafften die Mainzer genau das - unter Trainer Jürgen Klopp. Jener Klopp hatte vor dem Anpfiff mit einem Motivations-Video für Schlagzeilen gesorgt. In dem Clip, den zwei Fans bei einem Besuch Klopps in Liverpool gedreht haben, fordert der ehemalige FSV-Coach die ganze Stadt zum Zusammenhalt im Abstiegskampf auf. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Diesen Zusammenhalt wird Schmidt wohl kaum noch zu spüren bekommen - auch wenn andere im Klub die entscheidenden Fehler gemacht haben.

Denn das entstandene Machtvakuum nach dem Abgang von Manager Christian Heidel und der Entmachtung von Präsident Harald Strutz haben mit zur Talfahrt beigetragen. Genau wie der unnötige Verkauf von Yunus Malli im Winter - beim 4:2 im Hinspiel hatte der Spielmacher noch ein Tor geschossen und zwei vorbereitet...

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