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Augsburg - Der Hamburger SV geht im Kellerduell beim FC Augsburg unter und fällt auf Relegationsplatz 16 zurück. Verteidiger Mergim Mavraj findet deutliche Worte.

Als sich die HSV-Profis in der Kurve bei den mitgereisten Fans für die Unterstützung bedanken wollten, wurden sie vom eigenen Angang mit einem lautstarken Pfeifkonzert bedacht.

Zuvor hatte der vermeintlich unverwüstliche Hamburger SV einmal mehr mit einer katastrophalen Leistung beim 0:4 (0:2) im Kellerduell beim willensstarken FC Augsburg seine Fans verprellt und sich selbst wieder in größte Abstiegsgefahr gebracht.

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"Ein rabenschwarzer Tag"

"Das tut uns richtig weh. Wir haben zu wenig von dem gezeigt, was uns nach der Winterpause ausgezeichnet hat. Das ist enttäuschend", meinte Sportdirektor Jens Todt nach dem desaströsen Auftritt der Nordlichter bei Sky (Das Restprogramm im Abstiegskampf).

"Der Gegner war griffiger und mit jeder Minute sind unsere Beine schwerer geworden. Wir suchen keine Ausreden, aber ich bin sicher, dass die Mannschaft wieder ein anderes Spiel zeigen wird. Ich spreche keinem unserer Spieler ab, alles gegeben zu haben. Wir haben es nach wie vor in der eigenen Hand. Das war heute ein rabenschwarzer Tag."

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Dennoch erklärte Todt, dass der HSV in dieser Saison "schon in schwierigeren Situationen gesteckt" habe. Er glaube nach wie vor an den Klassenerhalt.

Mavraj wütet nach Pleite

Auch Coach Markus Gisdol verbreitete Durchhalteparolen: "Wir sind vom ersten Tag an im Abstiegskampf. Aber wir sind noch da und können es noch richten. Wir müssen uns zusammenreißen, fokussieren und unsere bestmögliche Leistung bringen. Die Saison geht noch 20 Tage. Wir wollen das schaffen, was uns niemand mehr zugetraut hat."

Derweil wurde HSV-Verteidiger Mergim Mavraj deutlicher: "Augsburg wollte es viel mehr. Das war nicht erstligawürdig. Wir reden immer von Grundtugenden. Es ist unerklärlich, wir haben kein gutes Gesicht gezeigt. Wir sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen, jeder sollte sich an die eigene Nase packen."

Drei Spieltage vor dem Saisonende steht der HSV nach der dritten Niederlage ion Folge auf dem Relegationsplatz. Sieben der letzten Auswärtsspiele wurden verloren, mit 59 Gegentoren hat der HSV die schlechteste Abwehr der Liga.

Altintop schnürt Doppelpack

Zudem weisen die Hamburger im Vergleich mit den punktgleichen Konkurrenten Mainz 05 und VfL Wolfsburg (33) die schlechtere Tordifferenz auf. "Wir haben schon andere Rückschläge weggesteckt und müssen im nächsten Spiel das Bestmögliche abliefern, wir sind noch im Spiel", konstatierte Hamburgs Trainer Markus Gisdol.  (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Für Augsburg kam nach Treffern von Halil Altintop (28. und 42.), Philipp Max (76.) und des kurz zuvor eingewechselten Raul Bobadilla (85.) der erst dritte Sieg aus den vergangenen zwölf Spielen gerade noch zur rechten Zeit:

Vor den anstehenden schweren Partien in Gladbach, gegen Dortmund und in Hoffenheim haben die Schwaben (35 Punkte) nun zwei Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz und sechs auf den ersten Abstiegsplatz. Der HSV spielt noch gegen Mainz, auf Schalke und gegen Wolfsburg, ihm droht die dritte Relegation seit 2014.  (Ergebnisse und Spielplan)

"Wir hatten vor dem Spiel ein super Gefühl. Aber dass wir das so umsetzen, ist unglaublich. Das ist der Wahnsinn", sagte ein überglücklicher FCA-Manager Stefan Reuter nach dem Schlusspfiff bei Sky und fügte hinzu: "Wichtig ist, dass jetzt der Glaube innerhalb der Mannschaft bestehen bleibt."

Gregoritsch entgeht Platzverweis

Vor dem Spiel hatte Augsburgs Angreifer Alfred Finnbogason betont: "Es ist ein Finale für uns und für Hamburg." Die Bedeutung der Begegnung schien den Hamburgern aber entgangen zu sein. Sie waren erschreckend passiv, fahrig und zögerlich, auch die ersten Augsburger Chancen waren kein Weckruf für sie, die Gegentreffer die logische Folge.

Und die Gäste hatten auch noch großes Glück, dass Michael Gregoritsch nach einem rotwürdigen Foul an Dominik Kohr (45.) nur Gelb von Schiedsrichter Manuel Gräfe sah. (Der Tabellenrechner der Bundesliga)

Hamburgs Ersatz-Ersatz-Torwart Tom Mickel verhinderte bei seinem zweiten Bundesliga-Einsatz nach einem 3:1 im Mai 2016 beim FC Augsburg ein noch schlimmeres Debakel. Der FCA war nach fahrigem Beginn deutlich aktiver und leidenschaftlicher - und hätte noch höher gewinnen können, wäre da nicht der Stellvertreter der verletzten Rene Adler und Christian Mathenia gewesen.

Mickel war noch bester Spieler einer Mannschaft, die phasenweise apathisch wirkte und auch in der zweiten Halbzeit kein entschlossenes Aufbäumen erkennen ließ.

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