Video

München und Ingolstadt - Joachim Löws Assistenten schauen bei Max Kruses Tor-Show beim FC Ingolstadt genau hin. Noch hat der aktuell statistisch beste deutsche Stürmer Urlaubspläne.

Ein besseres Bewerbungsschreiben hätte Max Kruse nicht abliefern können.

Vor den Augen der DFB-Assistenten Thomas Schneider und Miroslav Klose schnürte Werder Bremens Stürmer beim Comeback-Sieg in Ingolstadt einen Viererpack – und führte den Werder-Wahnsinn damit fort.

Seit zehn Partien ist Bremen in der Bundesliga ungeschlagen und hat sich vom Abstiegskandidaten zum heißen Anwärter auf einen Europapokalplatz gemausert. Mit 42 Punkten steht Bremen auf Rang sechs. Diesen Rang belegt übrigens auch Kruse in der Torjägerliste, der sich vom Problemkind zum statistisch besten deutschen Stürmer entwickelt hat.

"Viele solche Tage wird es nicht geben, an denen ich vier Tore schieße", sagte der Matchwinner bescheiden und betonte: "Die Mannschaft macht mich stark."

In der Hinrunde lieferten sich Sandro Wagner und Timo Werner in dieser Kategorie ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Doch inzwischen gibt es genügend Argumente für Kruse.

Bester Rückrunden-Stürmer

Mit 13 Treffern hat er seinen eigenen Saisonrekord aus der Saison 13/14, als er für Mönchengladbach zwölf Mal netzte, bereits getoppt. An Wagner (11) ist er schon vorbeigezogen.

Von Werners Gesamtmarke (16) ist der Bremer zwar noch weit entfernt, seine 15 Torbeteiligungen in der Rückrunde sind allerdings Ligaspitze. Aus den vergangenen sieben Partien kommt Kruse auf unglaubliche 13 Scorerpunkte. Zahlen, die ihn auch wieder auf dem Zettel von Joachim Löw auftauchen lassen könnten. "Er hat Argumente geliefert, jetzt liegt es am Bundestrainer", sagte Werder Bremens Trainer Alexander Nouri am Abend im ZDF.

© imFootball

Kruse wie Neubarth und Aubameyang

"Ich mache das eigentlich selten, den ein oder anderen hervorzuheben, aber es hat ja jeder gesehen, wie Max das Spiel entschieden hat", sagte Nouri noch direkt nach dem Spiel. "Max ist in einer sehr guten Verfassung. Er pusht die Mannschaft, ist für sie da und will Spiele entscheiden."

Als erster Bremer seit Frank Neubarth gelangen Kruse vier Treffer in einem Spiel. In der laufenden Saison hatte das in der gesamten Liga nur Dortmunds Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang geschafft.

Video

Comeback im Nationalteam?

Mit seinen Leistungen hat sich Kruse nun wieder in das Blickfeld der Nationalmannschaft gespielt. Dabei schien die Tür nach mehreren Eskapaden bereits zu.

Vor der WM 2014 wurde Kruse von Löw aus dem Kader gestrichen. Wegen privater Fehltritte schaffte es Kruse auch nicht zur EM 2016 – und war seitdem außen vor.

Doch für den Confed Cup, der zwischen dem 17. Juni und 2. Juli in Russland steigt, ist Kruse nun wieder ein möglicher Kandidat.

Urlaub oder Confed Cup?

"Ich versuche, Woche für Woche meine Leistung zu bringen und arbeite hart an mir", sagte Kruse bei Sky angesprochen auf ein mögliches Comeback im DFB-Team. Ob Löw bald anruft? "Das müssen sie ihn fragen."

Seine Bremer Teamkollegen gehen davon aus. "Ich kann mir vorstellen, dass in den nächsten Wochen der Bundestrainer anruft und sagt, dass er den Sommer anders planen kann", meinte Werder-Verteidiger Robert Bauer mit einem Schmunzeln.

Denn noch hat Kruse andere Pläne. "Ich gehe davon, dass ich Urlaub habe", sagte der Viererpack am ARD-Mikrofon lachend. Wenn er sich da mal nicht irrt.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel