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Pierre-Emerick Aubameyang jubelte auf Schalke mit Maske
Pierre-Emerick Aubameyang jubelte auf Schalke mit Maske © Getty Images

München und Gelsenkirchen - Pierre-Emerick Aubameyang jubelt nach seinem Tor im Derby einmal mehr mit Maske. Der Hintergrund der Aktion macht BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sauer.

Pierre-Emerick Aubameyang von Borussia Dortmund hat nach seinem Tor zur Führung beim 1:1 im Revierderby bei Schalke 04 erneut mit seinem Jubel provoziert - und sich damit einen Rüffel von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke eingehandelt.

Der Angreifer setzte nach seinem 24. Saisontreffer eine schwarz-rote Maske auf, die ihm BVB-Scout und Dolmetscher Massimo Mariotti von der Seitenlinie zuwarf.

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PR-Aktion für Sponsor

Beim Jubel des 27-Jährigen handelt es sich um eine PR-Aktion. Ausrüster Nike wirbt seit Neuestem mit Aubameyang, der sich als "Masked Finisher" ("Maskierter Vollstrecker") verkleidet.

Zudem spielte Aubameyang erstmals mit seinem neuen Schuh der Edition "Hypervenom".

"Darüber werden wir nochmal reden"

Das Problem: Der BVB wird von Nike-Konkurrent Puma ausgerüstet. Deshalb muss Aubameyang nun auch zum Rapport bei Watzke.

Der BVB-Boss drohte seinem Star nach dem Spiel: "Darüber werden wir noch mal reden. Dann wird es etwas schwieriger für ihn."

Über die PR-Aktion von Nike sagte Watzke: "Wenn der Mitbewerber sonst keine Aufmerksamkeit erregen kann, dann vielleicht so. Aber wir spielen ja immer noch in Trikots von Puma." 

Aubameyang war bereits beim Bundesligaspiel gegen Bayer Leverkusen (6:2) Anfang März auffällig geworden: Er hatte sich das berühmte "Swoosh"-Logo des amerikanischen Sportartikel-Giganten ins Haar rasieren und rot einfärben lassen.

Gnädiger als Watzke war Sportdirektor Michel Zorc mit Aubameyang: "Er soll das ruhig alle drei Jahre machen. Schöner wäre es, er hätte zwei Tore geschossen", meinte er.

Das Schlimmste sei die Gelbe Karte für Aubameyang, die dritte in dieser Saison.

Aubameyang selbst äußerte sich erst später am Abend bei Instgram zu seiner Aktion: "Ich arrogant? Ach kommt Leute, das ist meine Art zu leben!!", schrieb er: "Das ist meine Welt. Ich bin wie ein Kind, das es genießt, Fußball zu spielen."

Gelb wegen Unsportlichkeit

Schiedsrichter Felix Zwayer blieb den DFB-Regeln entsprechend gar keine andere Wahl, als den Torschützen für die Unsportlichkeit zu verwarnen. 

Dort heißt es: "Ein Spieler ist wegen unsportlichen Betragens zu verwarnen, wenn er beim Torjubel Kopf oder Gesicht mit einer Maske oder ähnlichem bedeckt - dies ist ein unnötiger, übertriebener Ausdruck der Freude."

Die Heimfans der Schalker Arena quittierten den Jubel mit einem gellenden Pfeifkonzert, der Ärger war groß.

Tuchel verteidigt seinen Torjäger

BVB-Coach Thomas Tuchel hingegen verteidigte seinen besten Goalgetter.

"Ich finde es ein bisschen heuchlerisch, daraus dann jetzt eine arrogante Geste zu machen. Also wenn es irgendetwas ist, dann ist es vielleicht sehr unvorsichtig in Bezug auf Gelbe Karten. Arrogant ist es in keinster Weise", sagte er nach dem Spiel.

Und weiter: "Gönnen wir es ihm und erfreuen wir uns daran. Es ist ein Spiel und da gehört halt manchmal ein besonderer Jubel dazu. Das ist in keinster Weise gegen Schalke 04. Es geht ausschließlich um Auba und die Fans."

Shitstorm in sozialen Netzwerken

In den sozialen Netzwerken schimpften hingegen zahlreiche Fans über die Aktion.

Nicht der erste Maskenjubel

Es ist nicht das erste Mal, dass Aubameyang beim Jubeln eine Maske aufsetzte.

Schon im Oktober 2012 feierte er in Diensten von AS St. Etienne einen Treffer gegen Stade Rennes mit der Spiderman-Maske.

Erstmals in Deutschland jubelte der Gabuner im August 2014 nach seinem Treffer zum 2:0-Sieg gegen den FC Bayern im Supercup-Finale mit einer Spiderman-Maske.

Entgegen der Regeln erhielt er keine Gelbe Karte, beim nächsten Maskenjubel schon.

Batman und Robin beim Derby 2015

Beim 3:0-Derbysieg gegen Schalke 04 im Jahr 2015 trug Aubameyang eine Batman-Maske, Teamkollege Marco Reus verkleidete sich als Gehilfe Robin.

Sowohl Dortmunds damaliger Trainer Jürgen Klopp als auch Sportchef Zorc reagierten damals wenig begeistert.

"Wenn es eine einmalige Sache bleibt, ist das kein Problem. Aber wenn er dafür Gelb sieht, ist es nicht so lustig", erklärte Zorc damals.

Doch beim 3:2 der Dortmunder im nächsten Derby im November 2015 feierte Auba dann seinen Treffer mit einer Botschaft auf seinem Shirt unter dem Trikot.

Dort war ein Batman-Logo und die Aufschrift "Do you remember?" zu sehen.

"Ich habe es im Rucksack in die Kabine geschmuggelt. Dann habe ich es im Duschraum angezogen", berichtete der Torjäger danach.

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