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Nach der Klatsche gegen die Bayern steckt der VfL Wolfsburg so tief im Abstiegskampf wie nie. Dem Wölfe-Kapitän brennen nach einem Lapsus die Sicherungen durch.

Die Schwächen der Konkurrenz nicht genutzt, die eigene Tordifferenz vermiest - nach dem 0:6-Debakel gegen den neuen Deutschen Meister FC Bayern München steht der VfL Wolfsburg endgültig am Abgrund.

Zu allem Überfluss sorgte VfL-Kapitän Luiz Gustavo gegen seinen Ex-Klub auch noch für den Tiefpunkt des Abends und stellte einen zweifelhaften Bundesliga-Rekord ein.

Mit seinem nun achten Platzverweis zog der Brasilianer, zwischen 2011 und 2013 selbst in Diensten des deutschen Rekordmeisters, in der Bundesliga-Rekordliste mit Ex-Nationalspieler Jens Nowotny gleich.

Gustavo nicht zu beruhigen

Kleiner, aber feiner Unterschied: Während Nowotny für seine acht Feldverweise immerhin 336 Spiele auf dem Platz stand, benötigte Gustavo "lediglich" 243 Partien, um diese nicht gerade rühmliche Marke zu erreichen.

Gegen Bayern handelte sich der Brasilianer die erste Gelbe Karte schon nach 19 Minuten wegen Meckerns ein. Zwölf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit, als Wolfsburg bereits aussichtslos mit 0:4 zurück lag, stellte sich der defensive Mittelfeldspieler dann Bayerns Renato Sanches in den Weg.

Schiedsrichter Felix Zwayer entschied auf ein taktisches Foul und zeigte Gustavo folgerichtig die Ampelkarte. Daraufhin verlor der 29-Jährige komplett die Fassung, wollte auf den Unparteiischen los gehen und konnte nur mit Mühe von zahlreichen aktuellen und ehemaligen Kollegen zurückgehalten werden.

Letztlich führte Landsmann Rafinha den zeternden Gustavo, der sich aber immer noch nicht recht beruhigen wollte, vom Platz.

"Er hat Emotion in seinem Körper, Emotion in seinem Kopf", sagte VfL-Trainer Andries Jonker zur Situation. In der schwierigen Lage, in der sich die Wölfe aktuell befinden, brauche man solche Spieler.

Gomez: "Männerfußball gegen Jugendfußball"

Allerdings scheint die akute Abstiegsgefahr, in der sich die Wölfe bei gerade einmal einem Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz befinden, immer noch nicht allen Akteuren klar zu sein. Dieses Gefühl beschlich zumindest Top-Torjäger Mario Gomez nach der desolaten Vorstellung gegen den Rekordmeister.

"Einigen war offenbar nicht klar, wie wichtig die Tordifferenz noch werden kann", meckerte der Nationalspieler. Und weiter: "Hinten raus war es wie Männerfußball gegen Jugendfußball. Das darf uns nicht passieren."

Dennoch geht der Stürmer noch immer von einem Happy End für Wolfsburgs diesjährige Horror-Saison aus: "Mit den Leuten, die wir haben, sind wir genug, in der Bundesliga zu bleiben. Das werden wir auch schaffen", gab sich Gomez zuversichtlich.

Dafür müsste in den verbleibenden drei Liga-Spielen gegen Frankfurt, Mönchengladbach und Hamburg aber wieder eine Männermannschaft auf dem Platz stehen.

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