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Wolfsburg - Der VfL Wolfsburg hadert mit der Unterbrechung beim Remis gegen Gladbach. Dennoch schickt Mario Gomez eine Kampfansage vor dem "Endspiel".

Mario Gomez haderte nach dem Blitz-und-Donner-Spiel nur kurz.

"Das ist eine beschissene Situation. Wir waren im Flow. Es ist fast schon tragisch, dass in dieser Situation so etwas passiert. Wir waren drauf und dran", sagte Gomez in der ARD über die witterungsbedingte Spielunterbrechung in Minute 79 in der Partie gegen Mönchengladbach, in deren Anschluss sein VfL Wolfsburg durch ein 1:1 dem Finale gegen den HSV um Platz 16 nicht mehr entging.

Dann setzte er den ersten verbalen Hieb im Psychokrieg gegen den Bundesliga-Dino: "Der Druck liegt bei Hamburg, sie müssen gewinnen. Wir werden es schaffen."

Pfütze verhindert Siegtreffer

Gomez hatte kurz vor Ende der Partie gegen die Borussen noch die Chance, alle Wolfsburger Sorgen mit einem Schlag zu beenden. Die Nachspielzeit lief, als der Nationalspieler auf das Tor der Gladbacher zulief und den Siegtreffer auf dem Fuß hatte. Doch eine Pfütze im Strafraum der Gäste stoppte Gomez' Lauf und lässt die Wölfe weiter zittern.

Nach einer verheerenden ersten Halbzeit war die Mannschaft von Andries Jonker mit dem 1:1 (0:1) allerdings durchaus noch gut bedient. (Der 33. Spieltag im Überblick)

Jonker enttäuscht

"Insgesamt ist das Unentschieden enttäuschend", sagte Jonker hinterher. Ein weiterer Punkt beim HSV reicht nun aber zum Klassenerhalt. "Wir sind zuversichtlich für das Spiel in Hamburg, wir werden das nächste Woche hinkriegen", sagte der Niederländer.

Er klang dabei wenig überzeugend. In Wolfsburg geht die Angst vor der Relegation um, beim Nachsitzen droht ein Duell mit den Zweitliga-Nachbarn aus Hannover oder - noch schlimmer - Braunschweig. (Das Spiel im Ticker zum Nachlesen)

Alle Spiele, alle Tore: Die Highlights des 33. Spieltags am Sonntag in Bundesliga Pur ab 9.15 Uhr im TV auf SPORT1 

Die Wölfe hatten hoch gepokert. Nach dem Gegentreffer von Jannik Vestergaard (24.) und dem Ausgleich von Gomez (58.) hatten die Niedersachsen während der halbstündigen Unterbrechung wegen Unwetters das Geschehen auf den anderen Plätzen verfolgt.

Bange Minuten während der Unterbrechung

"Du siehst, Hamburg verliert. Dann sitzt du ewig da und wartest, hörst, wie Hamburg den Ausgleich macht", erzählte Gomez über die bangen Minuten: "Dann macht Schalke das 2:1, Riesenjubel hier unten."

Doch der vermeintliche Treffer zählte nicht. "Dann war die Frage: Was machen wir? Gehen wir voll drauf? Oder versuchen wir kontrolliert weiter zu spielen und vielleicht noch den Lucky Punch zu machen?"

Wolfsburg entschied sich zur Verwunderung vieler Beobachter für die zweite Variante. Dabei hätte das Team mit einem Sieg alles klar machen können.

Doch die verunsicherten Niedersachsen hoffen im Falle einer Niederlage in Hamburg anscheinend, dass der FC Augsburg zeitgleich zwei Tore höher bei 1899 Hoffenheim verliert. Dann würde der FCA auf den Relegationsrang abrutschen. "Es geht auch ums Torverhältnis", sagte Gomez.

"Müssen den Sack zumachen"

Nach dem Wiederanpfiff plätscherte die Partie nur noch vor sich hin, Wolfsburg vermied das Risiko - ausgenommen die Aktion von Gomez in der Nachspielzeit. Und in Hamburg steigt jetzt der Showdown um den Klassenerhalt. "99 Prozent der Deutschen haben sich dieses Spiel gewünscht, wir nicht", sagte Gomez, der zehn seiner 16 Saisontore in den elf Partien unter Jonker erzielte: "Wir müssen da einfach den Sack zumachen."

Im 20. Jahr der Bundesliga-Zugehörigkeit droht der Gang in die Zweitklassigkeit. Der Druck könnte größer kaum sein - für Gomez ein Vorteil. "Wenn uns das Wasser bis zum Hals steht, haben wir plötzlich Aggressivität, Willen und die spielerische Klasse", sagte der 31-Jährige.

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