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Joshua Kimmichs angebliche Wechselabsicht sorgt beim FC Bayern für reichlich Wirbel. Klub und Spieler rudern eilig zurück. SPORT1 beleuchtet die Hintergründe.

Dass es beim FC Bayern München zum Ende einer gemächlich auslaufenden Saison noch einmal derart hektisch zugehen würde, war so in keiner Weise abzusehen.

Als am Dienstag jedoch urplötzlich die Meldung aufkam, Joshua Kimmich wolle "unbedingt" und trotz Vertrages bis 2020 im Sommer den Verein verlassen, war es kurzfristig vorbei mit der vorsommerlichen Ruhe an der Säbener Straße.

So offen wurde selten mit einem Wechsel des Rechtsfußes kokettiert, der vor allem mit Manchester City und Ex-Klub RB Leipzig in Verbindung gebracht wird.

Rummenigge erneuert scharfe Kritik

Nach einem Bericht der Stuttgarter Zeitung sah sich der aufgebrachte Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge sogar zu einem Statement veranlasst, das der 61-Jährige am Mittwoch noch einmal erneuerte.

"Er hat Vertrag bis 2020. Ich kann mir vorstellen, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Wir sind total von ihm überzeugt, inklusive des Trainers. Er hat unser Vertrauen."

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Auf etwaige "Falschmeldungen" werde der FC Bayern auch "künftig gnadenlos reagieren und rechtliche Schritte einleiten", fügte der AG-Chef erbost hinzu und brachte damit deutlich zum Ausdruck: Das Thema schmeckt den Bayern-Bossen im Moment wie ein Schluck warmes Wasser bei 35 Grad Außentemperatur.

Kimmich: "Möchte nicht gehen"

Dass Protagonist Joshua Kimmich mit der Aussage, er sei definitiv "noch nicht weg hier", mehr könne er dazu nicht sagen, zusätzlich Öl ins Feuer goss, passte ins Bild.

Doch bereits einen Tag später ruderte der 22-Jährige zurück, auch auf Geheiß der Bosse?

"Fakt ist, dass ich den FC Bayern nicht verlassen möchte", stellte Kimmich am Rande einer Sponsorenveranstaltung klar und ergänzte weiter: "Mein Ziel ist es, ganz lange in München zu bleiben", aber auch er wolle auf lange Sicht Perspektive sehen und spielen.

Viel Redebedarf und Trubel also um die Rolle des Jungstars, die nun gewollt oder ungewollt wieder zum Thema wurde. Doch was steckt wirklich dahinter?

Kimmich bangt um Löw-Platz

Karl-Heinz Rummenigge hatte die Causa eigentlich ja schon vor Wochen beendet, als er Kimmich die Nachfolge von Philipp Lahm auf der Rechtsverteidigerposition ans Revers heftete.

Nur: Im Kimmich-Lager nährten sich die Zweifel, ob das Trainer Carlo Ancelotti wirklich genauso sah, setzte er Kimmich doch für gerade einmal 49 Minuten in den wichtigen K.o.-Partien gegen den FC Arsenal, Real Madrid und im Pokal gegen Dortmund ein.

Zu wenig für die ehrgeizigen Ziele des Jungstars, der sich nun auch bei Joachim Löw, von dem er für den Confed Cup im Sommer nominiert wurde, endgültig durchsetzen möchte.

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Schon in den vergangenen Wochen hörte man den sonst so stillen Musterschüler deshalb öffentlich über seine Rolle beim Rekordmeister grummeln.

Zahlen beweisen keinen Rückschritt

Hinzu kommt: Die nackten Zahlen beweisen keinen Rückschritt unter Carlo Ancelotti, den viele Experten beim Guardiola-Liebling in dieser Saison sahen.

Der dynamische Rechtsfuß war in dieser Saison in 39 von 49 möglichen Pflichtspielen dabei, stand davon 20-mal in der Startelf und steuerte acht Tore bei. Im letzten Jahr kommt Kimmich dagegen auf drei Einsätze weniger, stand dafür 25-mal in der Startelf, ein Tor gelang ihm dabei allerdings nicht.

Auf der vermeintlich ungeliebten Position rechts hinten musste Kimmich zudem auch in dieser Spielzeit selten aushelfen, teilten sich dort doch Lahm und Rafinha die Arbeit.

Kimmich stellte am Mittwoch zum wiederholten Male klar: "Ich hoffe, dass es nächste Saison besser wird, das ist mein Anspruch."

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