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In der Vorrunde standen sich FC Bayern und PSV Eindhoven gegenüber. Kooperieren beide Klubs künftig miteinander? © imago

München - Der Boss von PSV Eindhoven bringt eine Nachwuchs-Kooperation mit dem FC Bayern ins Spiel. Die Planungen scheinen fortgeschritten - und dürften ganz im Sinne von Karl-Heinz Rummenigge sein.

Es ist lange her, dass beim FC Bayern ein Spieler aus den eigenen Reihen den Sprung zu den Profis geschafft hat. David Alaba ist bislang der letzte Youngster, dem das gelang - vor sechs Jahren.

Im Nachwuchsbereich hat der Rekordmeister großen Nachholbedarf. Nicht zuletzt deshalb ließ er sich den Bau eines neuen Leistungszentrums 70 Millionen Euro kosten.

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Die Frage ist: Bekommen die Eigengewächse dann auch genügend Spielpraxis, wenn sie in den Profi-Kader vorstoßen? Dort hat bekanntlich selbst ein hochveranlagter Spieler wie Joshua Kimmich seine Probleme, auf ausreichend Spielzeiten zu kommen. 

Rummenigge: "Ausleihen eine gute Alternative"

Für die sportliche Weiterentwicklung ihrer Zukunftshoffnungen können die Münchner nicht garantieren. Auch deshalb sinnierte Klubboss Karl-Heinz Rummenigge dieser Tage in der Süddeutschen Zeitung: "Grundsätzlich müssen junge Burschen in Regelmäßigkeit Spielpraxis haben. Wenn das bei uns im ersten Schritt nicht gewährleistet werden kann, dann halte ich das Ausleihen für eine gute Alternative."

Auch im eigenen Klub hat Rummenigge Fälle erlebt, in denen es sinniger gewesen wäre zu sagen: "Spielt doch mal ein, zwei Jahre da oder dort, und wenn ihr euch gut entwickelt, dann kommt ihr zu uns zurück."

Das Problem an der Sache: Viele aufnehmende Klubs spielen das Spielchen nur dann mit, wenn ihnen ein Vorkaufsrecht auf den Spieler zugesichert wird. Das wiederum schreckt Vereine wie Bayern ab, ihr Personal zu verleihen. 

Eine mögliche Lösung könnte eine feste Kooperation mit einem Klub sein - zu beidseitigem Vorteil. Und genau in dieser Sache bahnt sich beim Rekordmeister offenbar etwas an. 

Deal mit PSV - ein Modell der Zukunft?

Der Geschäftsführer von PSV Eindhoven, Toon Gerbrands, plauderte dieser Tage in einem Interview mit dem Eindhoven Dagblad Interessantes aus. 

"Wir haben in den Champions-League-Partien gegen Bayern mit der Führungsriege viel darüber gesprochen", sagte Gerbrands, "ich kann nicht sagen, ob in diesem Sommer eine solche Kooperation zu Stande kommen wird. Es besteht aber die Möglichkeit und es ist ein Modell der Zukunft."

Für die Niederländer, die in dieser Saison Gruppengegner der Bayern in der Königsklasse waren, wäre ein solcher Deal allemal lukrativ. Auf dem Transfermarkt hat Eindhoven gegen große Klubs häufig das Nachsehen. Mit einer sicheren Option auf Münchner Talente könnte der diesjährige Dritte der Eredivisie künftige Personalplanungen lockerer angehen. 

Und die Bayern könnten ihre Rohdiamante in Ruhe auf international ansprechendem Niveau reifen lassen. Im besten Fall solange, bis sie das Zeug für die Bundesliga haben. In anderen europäischen Top-Ligen seien Leihgeschäfte wie diese "absolut gängige Praxis", stellte Rummenigge in der SZ fest. "Ich finde, das ist doch ein großer Vorteil für junge Spieler."

Wie es scheint, haben die Bayern einen Weg gefunden, wie sie das auch zu einem Vorteil für sich machen könnten. 

PSV-Boss Gerbrands ließ jedoch wissen, dass auch die englischen Konkurrenten Manchester City, Tottenham Hotspur und Chelsea London Interesse an einem solchen Deal hätten.

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