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Hamburg - Nach dem packenden Abstiegsfinale gegen Wolfsburg kennt der Jubel beim HSV keine Grenzen. Der Trainer ist fix und fertig. Ein Youngster wird zum Helden.

Als die Nervenschlacht vorüber war, brauchte Markus Gisdol erstmal eine Abkühlung. Der Trainer des Hamburger SV sprang in der Kabine geradewegs ins Planschbecken - so sehr hatte ihn der Abstiegs-Showdown gegen den VfL Wolfsburg mitgenommen. 

"Ich bin einfach nur erledigt. So eine Saison packe ich nicht noch mal", stammelte Gisdol, als der HSV in letzter Minute den Klassenerhalt perfekt gemacht hatte. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

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Während ihr Coach die Strapazen einer nervenaufreibenden Saison spürte, versetzten die Fans den Volkspark in ein Paradies der Glücksgefühle.

Gisdol: "Wir waren tot"

Etliche Anhänger reckten Rasenstücke triumphal in die Höhe. Andere staubten Teile der Werbebanden als Andenken an dieses dramatische Saisonfinale ab. Ein HSV-Fan griff sich an die Brust: "Das hält mein Herz nicht mehr lange aus..."

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Die Rettung der Hanseaten, sie stand einmal mehr Spitz auf Knopf. "Wir haben mit dem Team ein Wunder geschafft. Niemand hat mehr auf uns einen Pfifferling gesetzt. Für uns alle ist das der Höhepunkt unserer Karrieren", jubelte Verteidiger Mergim Mavraj 

Coach Gisdol gab sich auf der Pressekonferenz sogar noch pathetischer: "Nach dem zehnten Spieltag waren wir tot, hatten nur zwei Punkte auf dem Konto. Wir aber haben uns zusammengerauft und wollten die Geschichtsbücher neu schreiben. Das haben wir geschafft."

Nach zehn Spieltagen hatten die Norddeutschen noch mit eben diesen zwei Punkten abgeschlagen auf dem letzten Platz gelegen. Unter Gisdols Regie startete der HSV eine Aufholjagd, die ihn in der Rückrundentabelle auf Platz sieben hievte - und am Ende mit dem Ligaverbleib belohnte. Noch nie zuvor gelang einem Bundesliga-Klub ein solches Comeback. 

Waldschmidt Hamburgs Held

Dass der Abstiegskampf einen glücklichen Ausgang nahm für die Hamburger, hatten sie allen voran Luca Waldschmidt zu verdanken. Den Joker hatte Gisdol kurz vor Schluss mit den Worten "Geh' rein, du machst das Ding" gebracht, so erzählte es Waldschmidt später. Am Tag nach seinem 21. Geburtstag erzielte er den umjubelten Siegtreffer (88.). 

Der Matchwinner jubelte: "Mein erstes Bundesliga-Tor! Tolles Gefühl! Bin froh, dass wir unser heutiges Ziel erreicht haben und den Sack zugemacht haben."

Trainer Gisdol wollte das Tor zur Rettung jedoch als Kollektivleistung verstanden wissen: "Unterm Strich war es der Erfolg des gesamten Teams: Wie wir alle miteinander umgegangen sind und zueinander waren."

Aus der Hamburger Kabine drangen unterdessen laute Jubelschreie. "Niemals zweite Liga, niemals, niemals" war in den Katakomben zu hören. 

Michael Gregoritsch lief mit nacktem Oberkörper umher und schrie: "Uns darf man niemals abschreiben. Niemals."

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