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München - Die Leidenszeit ist beendet: Mario Götze zeigt sich glücklich nach seinem Rückkehr auf den Platz gegen Urawa. Auch zwei weitere Sorgenkinder sorgen für Lichtblicke.

Genau auf diesen einen Moment hatte Mario Götze seit Monaten hingearbeitet.

Mehr als fünfeinhalb Monate musste Borussia Dortmunds Star in der Reha für sein Comeback schuften.

"167 Tage waren es?", fragte die Medienvertreter nach dem Testspiel gegen die Urawa Red Diamonds.

Es war zwar nur eine knappe halbe Stunde Spielzeit beim 3:2-Sieg, doch dem 25-Jährigen war die Erleichterung deutlich anzumerken.

Die monatelange Leidenszeit nach seiner Stoffwechselstörung ist beendet. Und damit auch die Ungewissheit, wie es für ihn weitergeht.

"Die letzten fünf Monate konnte ich die Dinge nicht so machen, wie ich wollte. Es ist nicht so leicht damit umzugehen, so lange raus zu sein, weil man nicht weiß, wo es hinführt", gab Götze einen Einblick in sein Innenleben.

Alles sei so gelaufen, wie er sich das gewünscht habe: "Ich wollte in der Vorbereitung wieder einsteigen und das ist mir gelungen."

Nächstes Ziel 90 Minuten

Schon bei seiner Rückkehr ins Mannschaftsraining am vergangenen Dienstag hatte der Nationalspieler einen erstaunlich fitten Eindruck gemacht.

"Die ersten Eindrücke sind hervorragend. Die Werte, die wir bekommen haben, sehen sehr gut aus. Wir sind sehr hoffnungsfroh", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Sein erstes Zwischenziel hat Götze nun erreicht, doch wie sieht der weitere Plan aus?

"Ich werde mich mit dem Trainer absprechen wie die Einsatzzeiten demnächst sein werden", sagte der Mittelfeldmann und schickte hinterher: "Aber ich bin voll einsatzfähig, kann spielen und muss das Stück für Stück weiter ausbauen."

Das sieht BVB-Trainer Peter Bosz genauso: "Wir müssen jetzt jeden Tag schauen, wie es bei ihm weitergeht, und wir hoffen, dass er schnell weitere Schritte nach oben macht und möglichst bald 90 Minuten Fußball spielen kann."

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Auch Klub-Chef Hans-Joachim Watzke ist von Götzes Fortschritten angetan. 

"Es sieht wirklich alles sehr gut aus", sagte er der Welt am Sonntag. "Aber wir müssen aufpassen, dass wir ihn nicht überfordern. Er hat fünf Monate nicht gespielt. Wir müssen behutsam mit ihm umgehen."

Wenn Götze fit sei, meinte Watzke, "ist er einer der wichtigsten Spieler für Borussia Dortmund".

Lob und Tadel für Mor

Einen Schritt nach vorne haben neben Götze auch zwei andere BVB-Sorgenkinder gemacht.

Da wäre zum einen Emre Mor.

Der türkische Youngster deutete in der vergangenen Saison sein Potenzial zwar an, kam unter Thomas Tuchel aber nicht über die Reservisten-Rolle hinaus. Gegen die Japaner kam er zur Halbzeit ins Spiel, war sofort präsent und drehte mit einem Doppelpack zunächst das Spiel.

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"Er hat sehr große Qualitäten. Das hat er heute wieder gezeigt", lobte Bosz den 19-Jährigen.

Auch Schürrle hat Grund zur Freude

Für den Siegtreffer war dann Andre Schürrle verantwortlich. Der Nationalspieler kam in der vergangenen Saison - auch bedingt durch Verletzungen - ebenfalls nicht wie erhofft zum Zug.

Schürrle sprach offen von einem "unglücklichen Jahr". Nach neun Torbeteiligungen in 25 Pflichtspielen.

Unter dem neuen Trainer will der 26-Jährige nun durchstarten. Bosz habe eine klare Ansprache und "vermittelt seine Inhalte aber dennoch auf entspannte Weise", lobt Schürrle.

Der Anfang ist gemacht. "Das Spiel gegen Urawa war schon besser als das gegen Essen", sagte Bosz mit Blick auf die 2:3-Pleite gegen den Regionalligisten im ersten Test.

Milan buhlt um Aubameyang

Auch wenn die Abwehr erneut nicht sattelfest wirkte und Pierre-Emerick Aubameyang im Angriff bei seinem 45-minütigen Auftritt in der ersten Halbzeit kaum in Erscheinung trat.

Den Gabuner beschäftigt ein möglicher Wechsel offenbar auch noch nach dem Ende des chinesischen Transferfensters.

"Wir haben Auba gesagt: 'Wenn du irgendwann wechseln willst und auch einen Klub hast, der bereit ist unsere Bedingungen zu erfüllen, dann komm zu uns wir sprechen darüber", erklärte Watzke.

Das gehe allerdings nur in einem "gewissen Zeitfenster, das sich so langsam schließt. Wir müssen schließlich für eine Ersatzlösung sorgen, was ohnehin schwierig bis unmöglich ist."

Der FC Chelsea bleibt ein Kandidat und Aubameyangs Ec-Klub hat nun sogar öffentlich sein Interesse bestätigt.

Dass der BVB am Dienstag gegen Milan antritt (ab 13.15 Uhr LIVE auf SPORT1), könnte Fahrt ins Thema bringen.

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