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München - Beim Debüt für den FC Bayern zeigt James Rodriguez, dass er auch Arjen Robben doubeln kann. Das freut Thomas Müller - und besonders Präsident Uli Hoeneß.

James Rodriguez oder Thomas Müller? Die Frage schien nach dem spektakulären Transfer des Kolumbianers zum FC Bayern auf der Hand zu liegen.

Und Trainer Carlo Ancelotti gab am Wochenende eine erste Antwort: Beide!

Beim souveränen 2:0-Sieg im Finale des Telekom Cups gegen Werder Bremen standen Müller und James gemeinsam auf dem Platz.

Die Bayern agierten im zuletzt gewohnten 4-2-3-1-System, in Abwesenheit des verletzten Arjen Robben besetzte James den rechten Flügel.

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Müller durfte auf seiner Lieblingsposition als hängende Spitze im Zentrum ran - und dankte es dem Trainer mit Laufbereitschaft, Spielwitz, einem sehenswerten Treffer und einer nicht weniger sehenswerten Vorlage.

"Er hat sich fantastisch bewegt, für die Mannschaft gespielt und ein tolles Tor geschossen. Er war der beste Mann auf dem Platz", schwärmte Ancelotti.

Und James? Der präsentierte sich nur wenige Tage nach seiner Ankunft in München selbstbewusst und austrainiert - und zeigte, dass womöglich mehr Arjen Robben in ihm steckt, als viele zunächst vermuten mochten.

James als Robben-Double

Die Rolle auf Außen interpretierte er ähnlich wie der Niederländer, zeigte sich häufig als Anspielstation und zog mit seinem starken linken Fuß zur Mitte.

Vor allem aber übernahm er auf Anhieb Verantwortung, verschärfte immer wieder das Tempo und suchte das Risiko, um entscheidende Situationen im oder am Strafraum einzuleiten. Auch das eine Spezialität von Robben.

"Man sieht, dass er einen super linken Fuß und das Auge für seine Mitspieler hat", lobte auch sein vermeintlicher Konkurrent Müller, während James selbst noch tiefstapelte:

"Es war ein guter Anfang, aber ich muss jetzt von Tag zu Tag fitter werden. Die Asienreise bietet eine gute Gelegenheit, mich an das System zu gewöhnen."

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Am Sonntagabend bricht der Rekordmeister zu einer zwölftägigen Tour durch China und Singapur auf.

Gut für die Auslandsvermarktung - und halb so wild für Ancelotti, der in Testspielen gegen Arsenal den AC Milan, Chelsea und Inter Mailand (alle Spiele LIVE im TV auf SPORT1 im Rahmen des International Champions Cup) weiter am System und an seiner Wunschelf feilen kann.

Gerangel am die Stammplätze

Denn das Gerangel um die Plätze wird nicht kleiner, wenn weitere potentielle Stammspieler zu Mannschaft stoßen: Manuel Neuer, Jerome Boateng und Robben sind noch angeschlagen, Joshua Kimmich und Arturo Vidal nach dem Confed Cup im Urlaub.

Wenn die Bayern weiter (wie von Ancelotti angekündigt) mit zwei Sechsern spielen, bleiben im offensiven Mittelfeld drei Planstellen übrig – bei mindestens sechs ambitionierten Bewerbern: James, Müller, Ribery, Coman, Robben und auch Thiago, der beim Telekom Cup im defensiven Zentrum die Fäden zog.

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Doch auch dort gibt es mit Neuzugang Corentin Tolisso, der am Samstag ebenfalls debütierte und keinerlei Anpassungsschwierigkeiten zeigte, sowie Javi Martinez und Vidal ein Überangebot an hochqualifizierten Fachkräften.

Dagegen scheint Renato Sanches vorerst keine Zukunft mehr in München zu haben. "Ich kann bestätigen, dass Milan Interesse an ihm hat", sagte Karl-Heinz Rummenigge vor dem Abflug des FC Bayern nach Asien.

Zudem erklärte der Vorstandsboss, dass kein zusätzlicher Angreifer als Backup geholt werden soll.

Nur Lewandowski gesetzt

Damit scheint neben Neuer im Augenblick einzig Robert Lewandowski gesetzt. Mit der Nachwuchshoffnung Franck Evina hat der FC Bayern aktuell nämlich nur einen gelernten Stoßstürmer als Ersatzmann im Kader.

Der erst 17-Jährige spielte im Finale gegen Werder durch, machte seine Sache gut, muss sein Talent aber erst noch auf Topniveau beweisen und stabilisieren.

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Dahinter aber hat Ancelotti die Freiheit, auf Verletzungen, Formschwankungen und Gegner zu reagieren. Zumal Spieler wie James, Müller oder Thiago auf verschiedenen Positionen agieren können.

Zur Freude von FCB-Präsident Uli Hoeneß: "Die Art und Weise wie Fußball gespielt wurde, war beeindruckend", sagte er: "Es muss jeder um seinen Platz kämpfen. Das hat man schon gespürt."

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