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Matthias Ginter gewann mit Deutschland den Confed Cup
Matthias Ginter gewann mit Deutschland den Confed Cup © Getty Images

Matthias Ginter erklärt, wieso er zu Borussia Mönchengladbach gewechselt ist. Zudem zeigt er sich selbstbewusst über seine Leistungen beim Confed Cup.

17-Millionen-Einkauf Matthias Ginter sieht sich bei Borussia Mönchengladbach durchaus in einer Führungsrolle. "Allein die Position im Zentrum der Defensive bringt Verantwortung mit sich. Ich will durch Leistung vorangehen, nicht durch große Töne", sagte der 23-Jährige der Bild.

Die Gladbacher Rekordablöse sieht Ginter nicht als Belastung an. "Ich sehe die Summe als Ansporn. Und ich empfinde vor allem Dankbarkeit, dass Gladbach den Willen hatte, für seine Verhältnisse so viel Geld für mich in die Hand zu nehmen." Ginter berichtet, dass Gladbach ihn bereits zuvor zwei Mal holen wollte. Auch sein neuer Trainer Dieter Hecking sei bereits in Wolfsburg an ihm interessiert gewesen.

Er möchte in den Spielen präsent sein, "wenn es hitzig oder eng wird. Und mit meiner Erfahrung kann ich auch jungen Spielern auf und neben dem Platz einiges weitergeben", betonte der Ex-Dortmunder.

Ginter selbstbewusst

Ginter gewann zuletzt mit der deutschen Nationalmannschaft den FIFA Confederations Cup. Er zeigte sich angetan von seinen eigenen Leistungen.

"Erst hatten mich wahrscheinlich nicht allzu viele auf dem Zettel, aber nach dem ersten Spiel habe ich immer auf dem Platz gestanden und war Stammspieler, habe gute Leistungen gezeigt. Das Turnier hat mich auf jeden Fall weitergebracht", so Ginter auf die Frage, wen er als heimlichen Gewinner des Turniers sehe.

Über seine Zeit beim BVB sagte Ginter: "Ich habe in Dortmund drei schöne Jahre erlebt und war auch Stammspieler. In der Öffentlichkeit, so habe ich es zumindest empfunden, wurde ich eher als Ersatz gesehen. Vielleicht lag das an meiner Vielseitigkeit."

Mal habe er innen gespielt, mal rechts, auch mal auf der Sechs. "In Gladbach erhoffe ich mir Konstanz auf der Position und will auch Verantwortung tragen", äußerte der Defensivspezialist.

Spiel nach Attentat? "Nicht normal"

Gladbach traut er in der kommenden Saison einen Platz im internationalen Geschäft durchaus zu. "Letzte Saison hatte Gladbach durch die schwierige Hinrunde, den Trainerwechsel und die vielen Verletzten Probleme. Grundsätzlich aber ist der Verein von seinem Umfeld her bestens für Europa aufgestellt", meinte der einstige Freiburger.

Zum Sprengstoffattentat auf die Dortmunder Mannschaft vor dem Champions-League-Spiel gegen AS Monaco sagte Ginter: "Eine solch prägende Erfahrung kannst du nie ganz vergessen. Aber die Titel mit Dortmund und der Nationalmannschaft tragen dazu bei, sich von negativen Gedanken zu lösen."

Die Zeit, "wirklich etwas zu verarbeiten, hatten wir ja von Anfang an nicht, gleich am nächsten Tag wurde ja schon wieder gespielt. Wenn man sich das mal überlegt … Jemand, der das Lkw-Attentat auf dem Berliner Weihnachtsmarkt knapp überlebt hat, soll am nächsten Morgen um sieben bei der Arbeit antreten – normal ist das nicht", so Ginter.

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